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Grafana Labs gehackt: Angreifer kopieren Codebasis und fordern Lösegeld

Auf den Punkt: Angreifer erbeuteten mit einem gestohlenen GitHub-Token Teile der Grafana-Codebasis und fordern Lösegeld, das Grafana Labs jedoch nicht zahlen will.

Bei Grafana Labs ist es zu einem Sicherheitsvorfall gekommen: Unbekannte verschafften sich mit gestohlenen Zugangsdaten Zugriff auf die GitHub-Umgebung und kopierten Quelltext- sowie Konfigurationsdateien. Die Erpresser drohen nun mit einer Veröffentlichung der Daten, Grafana Labs lehnt eine Zahlung ab.

Grafana Labs bestätigte über den offiziellen X-Account des Unternehmens einen IT-Sicherheitsvorfall. Eine Gruppe, die sich CoinbaseCartel nennt, verschaffte sich mittels eines gestohlenen GitHub-Tokens Zugriff auf die interne GitHub-Umgebung des Projekts und kopierte dort die Codebasis. Das umfasst sämtliche zu einem Projekt gehörenden Quelltext- und Konfigurationsdateien – also mehr, als über die öffentliche Open-Source-Version auf GitHub ohnehin einsehbar ist. Wie die Angreifer an das Token gelangten, hat Grafana Labs bislang nicht im Detail erläutert. Das Unternehmen erklärt lediglich, die Quelle intern identifiziert und die betroffenen Zugangsdaten widerrufen zu haben. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen seien bereits umgesetzt.

Grafana ist eine weit verbreitete Anwendung für Monitoring, Analyse und Visualisierung von Echtzeitdaten aus IT-Umgebungen und wird unter anderem von Unternehmen aus der Fortune-50-Liste eingesetzt. Ein Zugriff auf interne Codebasis-Bestandteile birgt Risiken über die reine Vertraulichkeit hinaus: Sollten in den kopierten Dateien Konfigurationsdetails, interne Hinweise auf Architektur oder nicht öffentliche Codeanteile enthalten sein, könnten diese Angreifern helfen, gezielter nach Schwachstellen zu suchen oder Supply-Chain-Angriffe vorzubereiten. Nach aktuellem Kenntnisstand von Grafana Labs sind jedoch keine Kundendaten oder personenbezogenen Daten von Mitarbeitenden betroffen.

Grafana Labs kündigte an, kein Lösegeld zu zahlen, und verweist damit auf die offizielle Empfehlung des FBI. Eine Zahlung garantiere nicht, dass die Angreifer die Daten tatsächlich löschen oder nicht doch veröffentlichen, zudem solle das Vorgehen als Signal an andere Unternehmen dienen, sich nicht erpressen zu lassen. Weitere Details zum Vorfall will das Unternehmen veröffentlichen, sobald die interne Untersuchung der IT-Systeme abgeschlossen ist. Einen konkreten Zeitpunkt dafür nennt Grafana Labs bislang nicht.

Für Betreiber von Grafana-Instanzen empfiehlt sich in der Zwischenzeit eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber ungewöhnlichem Verhalten der eigenen Deployments sowie eine Prüfung der eigenen Zugriffstoken und CI/CD-Pipelines auf mögliche Kompromittierungen, insbesondere wenn geleakte Repository-Inhalte künftig veröffentlicht werden sollten.


Quelle: www.heise.de · Erschienen 19. Mai 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.8.2.

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