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Ubuntu Core 26: Canonical bringt IoT-Linux mit bis zu 15 Jahren Sicherheitsupdates

Auf den Punkt: Ubuntu Core 26 verkleinert OTA-Updates um bis zu 90 Prozent, bringt Live-Kernel-Patching auf ARM64 und nachvollziehbare Chisel-Builds bei bis zu 15 Jahren Support.

Canonical hat Version 26 seines immutablen IoT- und Edge-Betriebssystems Ubuntu Core veröffentlicht. Im Fokus stehen kleinere OTA-Updates, Live-Kernel-Patching auf ARM64 sowie nachvollziehbare Builds über das Chisel-System.

Ubuntu Core 26 ist als Long-Term-Support-Release erschienen und richtet sich an IoT- und Edge-Geräte sowie missionskritische Einsätze. Canonical hebt in seiner Ankündigung vor allem die Reduktion der Over-the-Air-Update-Größe hervor: Durch ein verbessertes Delta-Format für Snap-Pakete fallen Updates um 50 bis 90 Prozent kleiner aus. Konkret sollen Updates von Core-Snaps statt bisher 16 MByte künftig nur noch rund 1,5 MByte umfassen. Die Installation läuft über initramfs, wodurch redundante Neustarts entfallen sollen.

Für die Zusammensetzung des Systems setzt Canonical auf das eigene Build-System Chisel, das explizite und nachverfolgbare Abhängigkeiten erzwingt. Jede Datei im System lässt sich damit auf ihren Ursprung zurückführen, was laut Canonical Integritätsprüfungen und Schwachstellenanalysen erleichtert. Als Abgrenzung nennt Canonical Yocto-Builds, bei denen Herkunft und Abhängigkeiten überwiegend nur implizit angegeben sind. Chisel reduziert zudem die Größe des Basis-Images um sieben Prozent.

Sicherheitsseitig bleibt das Sandbox-Modell für Komponenten bestehen, Snaps sind kryptografisch signiert und eine measured Boot-Chain lässt nur verifizierte Software starten. Ubuntu Core 26 nutzt Full Disk Encryption mit Schlüsselspeicherung über LUKS2-Header im TPM sowie Unterstützung für Arm Trusted Execution Environments. Livepatch, das Sicherheitspatches im Kernel ohne Neustart einspielt, steht nun auch für ARM64 zur Verfügung – rückwirkend offiziell bis Ubuntu Core 20. Canonical spricht in diesem Zusammenhang von „Zero-Downtime“-Patching.

Für Betreiber kritischer Infrastrukturen soll das LTS-Release helfen, Anforderungen des EU Cyber Resilience Act zu erfüllen, und gleichzeitig Kosten für Wartung, Updates und Installationszeiten senken. Weitere Funktionen für die Verwaltung größerer Geräteflotten nennt Canonical im Blog-Beitrag, ohne diese im Detail auszuführen. Die letzte größere Überarbeitung des IoT-Betriebssystems war mit Ubuntu Core 24 erfolgt.


Quelle: www.heise.de · Erschienen 20. Mai 2026
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