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Verizon-Report: Erstmals seit 19 Jahren mehr Angriffe über Sicherheitslücken als über gestohlene Zugangsdaten

Auf den Punkt: Laut Verizons DBIR 2026 überholten 2025 erstmals seit 19 Jahren Angriffe über Softwarelücken jene mit gestohlenen Zugangsdaten, begünstigt durch KI-gestützte Schwachstellenfindung und -ausnutzung.

Laut dem aktuellen Data Breach Investigations Report (DBIR) von Verizon wurden 2025 erstmals seit 19 Jahren häufiger Softwarelücken als gestohlene Zugangsdaten für Cyberangriffe ausgenutzt. Als Treiber nennt Verizon den zunehmenden Einsatz von KI-Technik auf Angreiferseite.

Der Data Breach Investigations Report (DBIR) 2026 von Verizon basiert auf Daten aus dem Jahr 2025 und markiert einen Wendepunkt: Erstmals seit 19 Jahren dokumentiert das Sicherheitsteam mehr Angriffe, die über ausgenutzte Softwarelücken erfolgten, als solche mit gestohlenen Zugangsdaten. Bereits im Vorjahr stand laut Verizon bei fast einem Drittel aller Cyberangriffe eine Sicherheitslücke am Anfang der Kompromittierung. Die Verantwortlichen führen diese Entwicklung unter anderem auf den Einsatz von KI-Werkzeugen zurück, die es Angreifern erlauben, Schwachstellen schneller zu identifizieren und Exploits zu entwickeln. Nach Einschätzung des Reports bleiben Softwareherstellern inzwischen oft nur noch Stunden statt vormals Monaten, um bekanntgewordene Lücken zu schließen, bevor sie aktiv ausgenutzt werden.

Im Kontext des Berichts wird auch auf Anthropics KI-Modell Claude Mythos Preview verwiesen, das Anfang April vorgestellt wurde. Anthropic hatte das Modell als so leistungsfähig eingestuft, dass es zunächst nur Unternehmen zur Verfügung gestellt wurde, die im Bereich IT-Sicherheit arbeiten. Laut Anthropic hat Mythos bereits tausende hochriskante Zero-Day-Lücken identifiziert und ist zudem deutlich häufiger in der Lage, funktionierende Exploits zu entwickeln – teilweise durch Verkettung mehrerer Schwachstellen. Seit der Freigabe ist etwa die Zahl der in Firefox geschlossenen Lücken sprunghaft angestiegen. Verizon verweist jedoch auch darauf, dass die Fähigkeiten der Angreifer mit ähnlichem Tempo zunehmen könnten, sodass Einschätzungen im Report zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits überholt sein könnten.

Für Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen bedeutet diese Verschiebung, dass Patch-Management und Schwachstellen-Priorisierung an Dringlichkeit gewinnen: Wenn Exploits binnen Stunden statt Monaten nach Bekanntwerden einer Lücke einsatzbereit sind, verkürzt sich das Zeitfenster für Risikobewertung und Rollout erheblich. Parallel warnt Verizon vor einer um 40 Prozent höheren Erfolgsrate von Social-Engineering-Angriffen über Mobilgeräte – etwa per SMS oder Anruf – im Vergleich zu klassischem Phishing. Als weitere Risikofelder nennt der Report den zunehmenden Einsatz nicht freigegebener KI-Tools am Arbeitsplatz (Schatten-KI) sowie eine deutliche Zunahme von Angriffen auf Lieferketten.

Der vollständige Report umfasst mehr als 120 Seiten und ist bei Verizon online abrufbar. Für die Praxis ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Vulnerability-Management-Prozesse stärker zu automatisieren, Reaktionszeiten auf neue CVEs zu verkürzen und Awareness-Programme um mobile Angriffsvektoren sowie den Umgang mit KI-Werkzeugen im Unternehmen zu erweitern.


Quelle: www.heise.de · Erschienen 20. Mai 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.8.2.

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