Auf den Punkt: Nach Exportkontrollen wegen Sicherheitsbedenken bei Vulnerability-Identifikation wird Claude Fable 5 ab 1. Juli 2025 global freigegeben und integriert neu bewertete Safeguards.
Die US-Regierung hat am 30. Juni die Exportkontrollen auf Anthropics Claude Fable 5 und Claude Mythos 5 aufgehoben, die seit dem 12. Juni galten. Ab 1. Juli steht Fable 5 wieder global zur Verfügung, nachdem eine Vulnerability-Analyse Sicherheitsanpassungen erforderlich gemacht hatte.
Am 12. Juni verhängten US-Behörden Exportkontrollen auf Claude Fable 5 und Claude Mythos 5, nachdem Amazon-Forscher eine Methode entdeckt hatten, mit der Fable 5s Sicherheitsmechanismen umgangen werden konnten. Die Technik ermöglichte es dem Modell, Softwareschwachstellen zu identifizieren und in einem Fall Code-Demonstrationen zu deren Ausnutzung zu produzieren. Anthropic musste daraufhin sofort den Zugriff für alle Nutzer sperren, da eine zuverlässige Echtzeit-Überprüfung der Nationalität nicht möglich war.
Anthropic und der US-Regierung durchgeführte Tests zeigten, dass weniger leistungsfähige Modelle — darunter Claude Opus 4.8, GPT-5.5 und Kimi K2.7 — die gleichen Schwachstellen wie Fable 5 identifizieren konnten. Bei der Demonstration der Ausnutzung einer einzelnen Schwachstelle produzierten alle getesteten Modelle (Claude Haiku 4.5, Sonnet 4.6, verschiedene Opus-Versionen bis 4.8, GPT-5.4, GPT-5.5 und Kimi K2.7) die gleichen Ergebnisse wie Fable 5. Die Analyse bestätigte, dass die Technik keine einzigartigen Mythos-Level-Cyber-Fähigkeiten freilegte, sondern einen Grenzfall der Fable-5-Safeguards darstellte.
Ab 1. Juli steht Fable 5 auf der Claude Platform, Claude.ai, Claude Code und Claude Cowork global zur Verfügung. Für Pro-, Max-, Team- und ausgewählte Enterprise-Pläne ist Fable 5 bis zum 7. Juli für bis zu 50 Prozent der wöchentlichen Nutzungslimits kostenfrei enthalten, danach über Usage Credits verfügbar. Der Zugriff auf AWS, Google Cloud und Microsoft Foundry wird so schnell wie möglich wiederhergestellt. Mythos 5 wurde für US-Organisationen nach Regierungsgenehmigung vom 26. Juni freigegeben; die Koordination zur Ausweitung auf weitere Glasswing-Partner läuft.
Anthropic entwickelt zusammen mit Amazon, Microsoft, Google und anderen Glasswing-Partnern ein einheitliches Bewertungsframework für Sicherheitslücken und sogenannte Jailbreaks in KI-Modellen. Ziel ist ein konsistenter Standard zur Schweregrad-Bewertung, der KI-Entwicklern hilft, Funde zu priorisieren, leistungsstarke Modelle sicherer bereitzustellen und Risiken gegenüber Behörden und Partnern einheitlich zu kommunizieren. Anthropic verstärkt zudem die Zusammenarbeit mit der US-Regierung durch Pre-Release-Tests, Informationsaustausch und Forschungskooperationen.
Quelle: www.anthropic.com · Erschienen 29. Juni 2026
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