Auf den Punkt: Ein neu dokumentiertes Prompt-Injection-Verfahren manipuliert KI-Browser durch fiktive Spielszenarien, um ihre Sicherheitsfilter zu deaktivieren und Zugangsdaten zu stehlen; OpenAI hat gepatcht, andere Anbieter nicht.
Sicherheitsforscher von LayerX haben einen Prompt-Injection-Angriff namens BioShocking dokumentiert, der KI-gestützte Browser dazu bringt, ihre Sicherheitsbarrieren zu ignorieren und sensible Nutzerdaten wie Passwörter zu exfiltrieren. Der Angriff nutzt fiktive Spielszenarien, um KI-Agenten dazu zu trainieren, Sicherheitsregeln zu missachten.
LayerX hat eine neue Angriffsmethode auf KI-Browser aufgedeckt, die unter dem Namen BioShocking bekannt ist. Die Methode funktioniert durch fiktive Spielszenarien, die KI-gestützte Browser manipulieren und ihre internen Sicherheitsbarrieren aushebeln. Die Forscher entwickelten einen Proof-of-Concept, bei dem eine manipulierte Webseite ein Rätselspiel im Stil des Videospiels BioShock präsentiert.
Das Kernproblem liegt in der Trainings-Logik des Spielszenarios: Der KI-Agent wird durch das Spiel darauf konditioniert, dass fehlerhafte oder normalerweise unterbundene Aktionen akzeptabel sind. LayerX beschreibt dies so: „Sobald die Agenten die Regeln verstanden und gelernt hatten, dass ‚falsche‘ Aktionen akzeptabel sind, waren sie nicht mehr an die Realität gebunden.“ Im finalen Schritt wird der Agent angewiesen, auf ein GitHub-Repository zuzugreifen, um dort hinterlegte Passwörter und sensible Daten zu kopieren und zu teilen. Alle sechs getesteten KI-Browser-Agenten erkannten diese finale Aufgabe nicht als Verstoß gegen ihre Sicherheitsbarrieren.
LayerX testete den Angriff gegen sechs KI-Browser-Produkte: ChatGPT Atlas, Comet, Fellou, Genspark Browser, Sigma Browser und Anthropics Claude-Chrome-Erweiterung. Die Forscher informierten die betroffenen Unternehmen bereits im Oktober des Vorjahres. OpenAI implementierte daraufhin eine funktionierende Schutzmaßnahme für ChatGPT Atlas. Anthropics Patch für das Chrome-Plugin erwies sich als unwirksam gegen den Proof-of-Concept, während Perplexity AI die Meldung ohne Korrekturmaßnahmen schloss. Drei Anbieter gaben bisher keine Rückmeldung.
Als Gegenmittel empfehlen die Experten die Implementierung expliziter Nutzerbestätigungen bei sicherheitskritischen Operationen sowie engere Sitzungslimits für KI-Agenten. Für CISOs bedeutet diese Schwachstelle, dass KI-gestützte Browser-Integrationen erhebliche Datenschutzrisiken darstellen können – insbesondere dann, wenn sie ungeprüft auf sensible Ressourcen zugreifen dürfen.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 2. Juli 2026
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