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Pwn2Own 2026 in Berlin: DEVCORE gewinnt mit Exchange-Komplettübernahme, KI treibt Exploit-Suche

Auf den Punkt: Bei der Pwn2Own 2026 in Berlin gewann das DEVCORE-Team mit einem KI-gestützten Exchange-Exploit zur vollständigen Serverübernahme das Hauptpreisgeld, während die Zahl bereits bekannter Dubletten-Lücken um 42 Prozent stieg – ein Indiz für den wachsenden Einsatz von KI sowohl bei Angreifern als auch bei Herstellern.

Beim Hacking-Wettbewerb Pwn2Own 2026 am Rande der OffensiveCon Berlin wurden 47 neue Zero-Days demonstriert und knapp 1,3 Millionen US-Dollar Preisgeld ausgezahlt. Auffällig war der stark gestiegene Anteil bereits bekannter Lücken, was Beobachter auf den zunehmenden Einsatz von KI bei der Schwachstellensuche sowohl auf Angreifer- als auch auf Herstellerseite zurückführen.

Die von der Zero Day Initiative (ZDI) veranstaltete Pwn2Own 2026 fand erneut im Berliner Hilton-Hotel statt, parallel zur Sicherheitskonferenz OffensiveCon. Insgesamt zahlte die ZDI 1.298.250 US-Dollar an Preisgeldern aus, 47 neue Zero-Day-Schwachstellen wurden erfolgreich demonstriert. Gewinner des Wettbewerbs war das taiwanesische DEVCORE-Team, das mit 505.000 US-Dollar fast die Hälfte des Gesamtpreisgelds einnahm. Der von DEVCORE-Forscher Orange Tsai präsentierte Exploit richtete sich gegen Microsoft Sharepoint, Edge und Exchange – die Exchange-Lücke erlaubte die vollständige Übernahme des Servers. Tsai gab an, der Exploit-Code sei KI-generiert worden, basiere aber auf seiner eigenen Analyse und seinen Anweisungen. Mitarbeiter des Microsoft Security Response Center (MSRC), die zur Bestätigung im sogenannten Disclosure Room anwesend waren, bezeichneten die Lücke als „interessant“ und neu, äußerten sich sonst aber zurückhaltend.

Bemerkenswert war in diesem Jahr die Zahl der Dubletten: Zehn der eingereichten Exploits betrafen Sicherheitslücken, die den jeweiligen Herstellern bereits bekannt waren – eine Steigerung von 42 Prozent gegenüber den sieben Dubletten des Vorjahres. Sina Kheirkhah vom „Summoning Team“ musste dies am eigenen Leib erfahren: Sein zunächst mit 40.000 US-Dollar prämierter Exploit gegen Claude Code stellte sich als bereits bei Anthropic bekannte Lücke heraus, wodurch sich die Prämie auf ein Viertel reduzierte. Brian Gorenc von der ZDI wertete diese Häufung im Gespräch mit heise security als positives Zeichen: Immer mehr Softwarehersteller setzten inzwischen selbst KI-gestützte Verfahren ein, um dieselben Schwachstellenklassen zu finden wie professionelle Sicherheitsforscher.

Für Practitioner in Security-Teams verdeutlicht der Wettbewerb zwei parallele Entwicklungen: Zum einen beschleunigt der Einsatz von KI-Werkzeugen bei der Exploit-Entwicklung die Auffindung kritischer Schwachstellen in weit verbreiteten Produkten wie Exchange, Sharepoint oder Edge erheblich. Zum anderen verkürzt derselbe technologische Trend auf Herstellerseite tendenziell die Zeitspanne, in der zuvor unentdeckte Lücken unbemerkt bleiben, da automatisierte Scans zunehmend dieselben Fehlerklassen aufdecken wie manuelle oder KI-gestützte Forschung externer Teams. Kurz vor der Veranstaltung veröffentlichte Sicherheitsupdates, etwa der reguläre Microsoft-Patchday sowie ein umfangreiches Firefox-Update, hatten bereits mehrere für den Wettbewerb vorbereitete Exploits unbrauchbar gemacht.

Für den Betrieb bedeutet der demonstrierte Exchange-Exploit von DEVCORE unmittelbaren Handlungsbedarf, sobald Microsoft einen entsprechenden Patch veröffentlicht: Da die Lücke eine vollständige Serverübernahme ermöglichte, sollten Exchange-Umgebungen bei Erscheinen des Fixes zeitnah aktualisiert werden. Alle bei Pwn2Own gefundenen Schwachstellen werden von der ZDI den betroffenen Herstellern kostenlos zur Verfügung gestellt, üblicherweise mit einer Frist bis zur koordinierten Offenlegung.


Quelle: www.heise.de · Erschienen 18. Mai 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.8.2.

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