Auf den Punkt: Progress Software warnt vor einer gezielten Sicherheitsbedrohung gegen ShareFile Storage Zone Controller und verlangt sofortige manuelle Abschaltung der betroffenen Server.
Progress Software hat Administratoren aufgefordert, ihre lokalen ShareFile Storage Zone Controller unmittelbar herunterzufahren, um eine aktive externe Sicherheitsbedrohung einzudämmen. Das Unternehmen hat betroffene Konten bereits serverseitig vorübergehend deaktiviert.
Progress Software hat in einer Benachrichtigung an Lizenznehmer mitgeteilt, dass eine externe Sicherheitsbedrohung vorliegt, die gezielt auf die ShareFile Storage Zone Controller abzielt. Das Unternehmen ordnete eine sofortige manuelle Abschaltung der Server an, auf denen diese Controller gehostet werden. Die betroffenen Konten wurden bereits serverseitig seit dem 10. Juli 2026 vorübergehend deaktiviert. Nach Angaben von Progress liegen bislang keine Beweise für unbefugten Zugriff auf Kundendaten vor.
Die Storage Zone Controller sind eine kritische Komponente in der ShareFile-Infrastruktur: Sie ermöglichen Unternehmen, Daten lokal zu speichern statt in der Cloud und sind für den Datentransfer zwischen Cloud und lokalem Speicher verantwortlich. Da diese Komponente üblicherweise direkt über das Internet erreichbar ist, stellt sie einen potenziellen Angriffspunkt dar. Cloud-basierte Konten ohne lokale Speicherkomponente sind von der aktuellen Bedrohung nicht betroffen. Die Shadowserver Foundation identifizierte durch Netzwerk-Scans weltweit einige Hundert öffentlich erreichbare Instanzen: 115 in den USA, 47 in Deutschland und 17 in den Niederlanden.
Dies ist nicht das erste kritische Sicherheitsproblem bei Progress Software. Im Februar 2026 musste das Unternehmen zwei kritische Schwachstellen in den kundenverwalteten Controllern patchen. Die schwerwiegendere Lücke hatte einen CVSS-Wert von 9,8 und ermöglichte es unauthentifizierten Angreifern, auf Konfigurationsseiten zuzugreifen und Code aus der Ferne auszuführen. Nach Bekanntwerden dieser Fehler hatte die Shadowserver Foundation die Überwachung dieser Systeme aufgenommen. Progress Software geriet bereits 2023 in den Fokus von Cyberattacken, als die Ransomware-Gruppe Cl0p eine Schwachstelle in der Dateiübertragungssoftware MOVEit für weltweite Angriffe ausnutzte.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 13. Juli 2026
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