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Router-Schwachstellen: Regierungen fordern Sicherheitsverbesserungen von Unternehmen

Auf den Punkt: Zehn Jahre alte Angriffsmuster auf Router-Schwachstellen bleiben hocheffektiv, weil Unternehmen Legacy-Hardware nicht austauschen und Netzwerksicherheit untergeordnet behandeln.

19 Behörden aus Nordamerika, UK, Europa und Australien warnen vor gezielten Angriffen auf Router-Infrastruktur durch russische Staatsakteure. Durch schlecht verwaltete Netzwerkgeräte und veraltete Protokolle verschaffen sich Angreifer Zugriff auf sensible Konfigurationsdaten und kritische Infrastrukturen.

Wie die multinationale Cybersecurity-Advisory dokumentiert, nutzen Angreifer konsequent unzureichend geschützte und schlecht konfigurierte Netzwerkgeräte aus. Die Vorgehensweise ist etabliert: Threat-Akteure scannen gezielt nach anfälligen Routern und kompromittieren diese, um Zugriff auf kritische Infrastrukturnetzwerke zu erlangen. Im Anschluss transferieren sie Konfigurationsdateien auf kontrollierte Server. Diese Dateien enthalten im Klartext oder schwach verschlüsselt gespeicherte Anmeldedaten sowie Informationen zur Netzwerk-Topologie der betroffenen Organisation.

Der Angriffsmechanismus nutzt das Simple Network Management Protocol (SNMP): Die Angreifer versenden Anfragen über SNMP und suchen gezielt nach älteren SNMPv1 oder SNMPv2-Geräten, deren Standard-Authentifizierungszeichenfolgen („Community Strings“) unverändert sind. Mit gefälschten IP-Adressen instruieren sie die SNMP-Agenten, Konfigurationsdateien (etwa „config.bkp“ oder „output.txt“) zu erstellen und auf externe Server zu übertragen. Zusätzlich werden bekannte CVEs ausgenutzt, insbesondere CVE-2018-0171 und CVE-2008-4128 in Cisco-Routern sowie Schwachstellen im Smart Install Tool von Cisco, die Remote Code Execution und Denial-of-Service-Attacken ermöglichen.

Die Angriffe werden bekannten Staatsakteur-Gruppen zugeordnet, darunter „Berserk Bear“, „Crouching Yeti“, „Dragonfly“, „Energetic Bear“, „Ghost Blizzard“ und „Static Tundra“. Besonders gefährdet sind Branchen wie Kommunikation, Energiewirtschaft, Finanzdienstleistungen, Rüstungsindustrie, Gesundheitswesen und Behörden.

Das zentrale Problem liegt in organisatorischen Defiziten: Viele Unternehmen behandeln Router nach Installation als nicht mehr überwachungsbedürftig und überlassen ihre Verwaltung ausschließlich dem Netzwerk-Team, während Sicherheitsverantwortung unklar bleibt. Dies wird verstärkt durch die Nutzung veralteter, nicht mehr unterstützter Hardware, deren Austausch das Geschäft ablehnt. Routersicherheit erhält damit deutlich weniger Aufmerksamkeit als klassische Endpoint-Security.

Die beteiligten Behörden empfehlen konkret: sofortiger Wechsel zu SNMPv3, Implementierung starker Authentifizierungsverfahren, Deaktivierung älterer Protokolle und Ersatz nicht mehr unterstützter Geräte. Zentral ist auch die explizite Zuweisung klarer Sicherheitsverantwortlichkeiten und die regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung von Router-Konfigurationen als Teil der routinemäßigen Sicherheitshygiene.


Quelle: www.csoonline.com · Erschienen 14. Juli 2026
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