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Deutschland bestellt russischen Botschafter wegen Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur ein

Auf den Punkt: Die EU verhängt Sanktionen gegen neun Personen und vier Organisationen, nachdem der FSB und GRU Cyberangriffe auf Regierungsnetzwerke und kritische Infrastruktur mehrerer europäischer Länder durchführten.

Deutschland, Frankreich, die Niederlande und weitere EU-Staaten haben den russischen Botschafter einbestellt und werfen dem FSB und dem GRU Cyberangriffe auf staatliche Institutionen und kritische Infrastruktur vor. Die EU verhängt Sanktionen gegen neun Personen und vier Organisationen.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) kündigte in Brüssel weitere Maßnahmen an und erklärte: «Wir behalten uns auch weitere Schritte vor». Deutschland und andere EU-Mitgliedstaaten machen den russischen Inlandsgeheimdienst FSB und den Militärgeheimdienst GRU für das Eindringen in Regierungsnetzwerke und Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur verantwortlich.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezifferte das Ausmaß der Operationen: In Frankreich habe eine Cybereinheit des FSB seit 2010 Cyberspionage gegen strategisch wichtige staatliche Einrichtungen betrieben und seit 2025 die Verteidigungsindustrie angegriffen. In Polen seien kürzlich Sabotageakte gegen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen durchgeführt worden. Betroffen seien auch Deutschland, Zypern, Niederlande, Österreich, Slowakei, Rumänien und Finnland. Das Auswärtige Amt begründet die Geheimhaltung konkreter deutscher Angriffsziele mit zugrunde liegenden Geheimdiensterkenntnissen.

Laut Kallas nutzt der FSB für seine Operationen ein ganzes «Cyberökosystem» aus staatlichen und nicht staatlichen Akteuren. Die EU-Sanktionen richten sich gegen neun Einzelpersonen und vier Einrichtungen und Organisationen, darunter Offiziere des GRU, Cyberkriminelle, Hacker und private Unternehmen, die zur Destabilisierung der EU und ihrer Partner beitragen.

Die Nato verurteilte die anhaltenden böswilligen Cyberaktivitäten Russlands und erklärte sich bereit, «sämtliche zur Verfügung stehenden Fähigkeiten» zur Bekämpfung dieser Bedrohungen einzusetzen. Der Nordatlantikrat betonte, dass die EU-Reaktion «zu einem Zeitpunkt und in einer Weise unserer Wahl» erfolgen könne und «im Einklang mit dem Völkerrecht» stehe. Die russische Botschaft in Deutschland wies die Vorwürfe als «durch keinerlei Beweise untermauert» zurück und drohte Konsequenzen für EU-Sanktionen an.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 14. Juli 2026
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