Auf den Punkt: Flipper Devices entwickelt mit dem Flipper One einen offenen ARM-Linux-Kleincomputer als Nachfolger des Flipper Zero und bittet die Community per Entwickler-Portal um Mitarbeit, während Preis und Erscheinungstermin noch offen sind.
Flipper Devices hat mit dem Flipper One einen Nachfolger des Flipper Zero vorgestellt, der sich vom reinen Hacker-Gadget zu einem vollwertigen, offenen ARM-Linux-Rechner entwickeln soll. Der Hersteller ruft dafür explizit die Entwicklergemeinschaft zur Mitarbeit auf.
Der Flipper One trägt Name und Optik des Erfolgsgeräts Flipper Zero, ist aber laut Hersteller technisch ein vollkommen anderes Produkt. Flipper-Devices-Chef Pavel Zhovner formuliert drei Ziele: Der Flipper One soll der offenste und bestdokumentierte ARM-Computer werden, komplett ohne proprietäre Binärtreiber auskommen und ein neues Bedienkonzept etablieren. Zhovner räumt ein, dass dies ambitionierte Vorhaben sind, und bittet die weltweite Entwicklergemeinde explizit um Mithilfe – ein Entwickler-Portal mit sechs Teilprojekten (Hardware, Mechanik, Linux, UI, Firmware, Dokumentation und Testen) steht dafür bereit.
Hardwareseitig setzt das Gerät auf einen 8-Kern-SoC vom Typ RK3576 mit GPU und NPU, ergänzt um einen Zweikern-Mikrocontroller RP2350. Beide Prozessoren teilen sich 8 GByte Hauptspeicher. Vorgesehen sind zwei Ethernet-Ports, USB-C, ein HDMI-Anschluss in voller Baugröße sowie WLAN. Über einen M.2-Erweiterungsslot (Key-B) lassen sich Karten der Formfaktoren 2242, 3042 und 3052 bis Bauhöhe D3 nachrüsten. Vier SMA-Buchsen an der Gehäuserückseite erlauben den Anschluss externer Antennen, etwa für WLAN-Adapter oder Satellitenmodems – das satellitenbasierte NTN-Protokoll wird ebenfalls unterstützt.
Für Netzwerktechniker und Administratoren ist vor allem die geplante Vielseitigkeit relevant: Der Flipper One soll sich als Reiserouter, für die Fehlersuche in Firmennetzen, als Notfall-Desktoprechner oder als mobiles Mediencenter eignen. Damit positioniert sich das Gerät als Alternative zu Raspberry-Pi-basierten Lösungen, mit potenziell stärkerer Hardware und größerer Offenheit.
Beim Betriebssystem „Flipper OS“ verfolgt der Hersteller einen ähnlichen Offenheitsanspruch. Zhovner kritisiert den aktuellen Zustand von Linux auf ARM-Plattformen als „deprimierend“ und von proprietären Binärtreibern dominiert. Gemeinsam mit dem Collabora-Team hat Flipper Devices deshalb Unterstützung für den RK3576-SoC in den offiziellen Linux-Kernel eingebracht, um solche Abhängigkeiten zu reduzieren. Langfristiges Ziel ist eine vollständig offene Plattform, die beliebige Linux-Distributionen unterstützt; die vom Team entwickelte Bedienoberfläche soll idealerweise per einfachem „apt install“-Befehl auch auf anderen Kleincomputern nutzbar sein.
Konkrete Angaben zu Verkaufsstart und Preis macht die Ankündigung nicht. Ein Erscheinungsdatum lässt sich derzeit nicht seriös abschätzen; Hinweise auf das Projekt gibt es laut Bericht bereits seit Februar dieses Jahres.
Quelle: www.heise.de · Erschienen 21. Mai 2026
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