Auf den Punkt: Ransomware-Angriffe stiegen 2025 um 236 Prozent, neue Akteure wie Qilin und Akira übernahmen die Führung, und Deutschland zählt mit 433 Fällen zu den weltweit am meisten betroffenen Ländern.
Die Zahl erfolgreicher Ransomware-Attacken ist 2025 um 236 Prozent gestiegen, während das allgemeine Cyberrisiko leicht sank. Deutschland rangiert mit 433 dokumentierten Fällen weltweit an dritter Stelle nach USA und Kanada.
Nach dem TrendAI Cyber Risk Report 2026 verzeichneten die zehn aktivsten Ransomware-Gruppen insgesamt 5.096 bestätigte Opferunternehmen im Jahr 2025 — eine Steigerung von 236 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Cyber Risk Index selbst sank im Durchschnitt auf 35,8 Punkte (2024: 38,5 Punkte), unterlag aber erheblichen Schwankungen: von 34,6 Punkten im Januar über 37,4 Punkte im April bis zu 34,1 Punkten im Juli. Unternehmen aller Größen und Branchen verbleiben damit im mittleren Risikobereich.
Erhebliche Verschiebungen prägten die Ransomware-Landschaft: Die Gruppe Qilin verzeichnete einen Anstieg von 1.270 Prozent und führt nun mit 1.262 dokumentierten Opfern die Ranking an. Die Gruppe Akira folgt mit 857 Fällen (Steigerung: 708 Prozent). Fünf neue Gruppen — INC Ransom, SafePay, Lynx, DragonForce und Sinobi — etablierten sich in den Top Ten, während ehemals führende Akteure wie LockBit an Bedeutung verloren. Deutschland war 2025 mit 433 Ransomware-Angriffen das dritthäufigsten betroffene Land weltweit; nur die USA (4.893 Angriffe) und Kanada (520 Fälle) verzeichneten mehr erfolgreiche Fälle.
Branchenbezogen zeigten sich erhöhte Risiken: Bergbau führte mit einem Indexwert von 42,5 an, gefolgt von Gesundheitswesen und Landwirtschaft (je 40,3 Punkte), Telekommunikation (39,9 Punkte), Bildung (39,8 Punkte) sowie Behörden und öffentlichen Einrichtungen (39,7 Punkte). Besonders kritisch ist der Befund bei Kleinstunternehmen: obwohl diese insgesamt das geringste absolute Risiko aufweisen, war ihre Risikoklasse die einzige, deren Index anstieg — ein Indiz dafür, dass sie zunehmend als Einfallstore für Lieferketten-Angriffe missbraucht werden.
Primäre Einfallstore entstehen durch ungenügend abgesicherte Cloud-Anwendungen sowie veraltete oder nicht multi-faktor-authentifizierte Konten in Microsoft Entra ID. Erstmalig rangieren auch Zero-Trust-Verstöße unter den fünf häufigsten Risikoereignisse. Ungepatchte Sicherheitslücken bilden mit über 2,3 Millionen erkannten Angriffspfaden die häufigste Ausgangslage, gefolgt von Password-Spraying- und Guessing-Angriffen (über zwei Millionen Pfade). Zielscheibe sind täglich etwa 33.000 Benutzerkonten — fast doppelt so häufig wie physische Endgeräte.
Für die Schwachstellenverwaltung zeigt sich, dass CVSS-Bewertungen allein oft nicht ausreichen: Drei der zehn am häufigsten unkorrigierten Lücken wiesen mittleren Schweregrad auf, ermöglichten aber in Kombination mit kritischen Lücken komplexe Angriffsketten. Virtuelles Patching schützte Systeme im Schnitt 115 Tage vor offiziellen Herstellerupdates.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 14. Juli 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.7.3.