Auf den Punkt: Microsoft beendet den Support für SMS- und Sprachauthentifizierung in Entra ID ab Februar 2027 und zwingt damit Enterprises zum Umstieg auf Passkeys als einziger verbleibender nativer MFA-Methode.
Microsoft zwingt Enterprise-Kunden durch verbindliche Fristen zur Migration auf Passkeys: Ab September 2026 werden SMS- und Sprachauthentifizierung in Entra ID schrittweise durch Passkeys ersetzt, ab Februar 2027 endet der Support für Microsofts eigene Telekommunikations-Authentifizierung komplett.
Microsoft wird Passkeys zum Standard in seiner Cloud-Identitätsverwaltung Entra ID machen. Der Rollout läuft über sechs Monate: Ab 1. September 2026 werden Nutzer mit aktivierter SMS- oder Sprachauthentifizierung beim MFA-Login automatisch aufgefordert, ein Passkey zu registrieren. Am 18. September teilt Microsoft Preise und unterstützte Telekommunikationsanbieter für Legacy-Fälle mit. Ab 30. Oktober müssen Unternehmen, die SMS oder Sprachauthentifizierung noch benötigen, selbst einen Provider konfigurieren und dessen Kosten tragen. Mit 1. Februar 2027 endet Microsofts nativer Support für diese Methoden endgültig – es gibt keine Opt-out-Option mehr.
Passkeys ersetzen Passwörter durch Geräteeigentum kombiniert mit Biometrie oder PIN. Sie können auf USB-Keys wie YubiKey oder als digitale Credentials auf Geräten oder Cloud-Konten gespeichert sein. Im Gegensatz zu Passwörtern und SMS-Codes übermitteln sie keine gemeinsamen Geheimnisse über Netzwerke und sind daher nicht phishbar. Selbst KI-generierte Phishing-Seiten können Nutzer nicht dazu bringen, ein Passkey preiszugeben, weil das Gerät und die Biometrie der Nutzer Bestandteil des Authentifizierungsprozesses sind.
Der Anlass für Microsofts aggressive Strategie ist die Eskalation der Bedrohungslage: Angreifer nutzen KI zunehmend für automatisierte Phishing-Kampagnen, Credential-Diebstahl und gefälschte Login-Seiten. SMS und Sprachauthentifizierung, die breit einsetzbar waren, haben dem modernen Angriffsmuster nichts mehr entgegenzusetzen.
Die langsame bisherige Adoption erklären Experten mit fragmentierten Identity-Ökosystemen, Legacy-Anwendungen, die nur Passwörter unterstützen, Cross-Platform-Kompatibilitätsproblemen, Lifecycle-Management und Onboarding-Hürden – sowie der Wahrnehmung von Passkeys als Consumer-Technologie statt Enterprise-Standard. Ab Februar 2027 werden diese Bedenken für Entra-ID-Nutzer obsolet.
Die Regelung gilt für öffentliche Cloud-Instanzen von Entra ID. Andere Cloud-Umgebungen folgen zu einem späteren Zeitpunkt nach.
Quelle: www.csoonline.com · Erschienen 15. Juli 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.7.3.