Auf den Punkt: Staatliche russische Hacker-Gruppen wie Berserk Bear und Energetic Bear infiltrieren Router durch veraltete Firmware und Standard-Konfigurationen, um langfristigen Zugriff auf Netzwerke zu erlangen — nicht nur über Zero-Day-Exploits.
CISA, FBI und NSA warnen gemeinsam mit acht verbündeten Nationen vor russischen Staats-Hackern, die anfällige und schlecht konfigurierte Router ausnutzen, um in kritische Infrastrukturen einzudringen und sensible Netzwerkinformationen zu stehlen.
Die US-amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA hat zusammen mit dem FBI, der NSA und acht Partnerländern eine Sicherheitswarnung herausgegeben. Adressaten sind russische Akteure der Gruppen Berserk Bear, Energetic Bear, Crouching Yeti, Dragonfly, Ghost Blizzard und Static Tundra, die gezielt anfällige und schlecht konfigurierte Netzwerkgeräte – insbesondere Router – an den Außengrenzen von Unternehmensnetzen infiltrieren. Ziel ist das Ausspionieren und die Beschaffung sensiblerer Netzwerkinformationen sowie der Aufbau von langfristigem Zugriff auf Zielnetzwerke.
Ensar Seker, Forschungsleiter bei SOCRadar, verdeutlicht: Staaten-gestützte Angreifer benötigen nicht immer ausgefeilte Zero-Day-Schwachstellen. Oft genügen veraltete Firmware, Standard-Schnittstellen oder ungesicherte Protokolle. Router-Konfigurationsdateien stellen für Angreifer hochwertige Informationen dar, da sie Netzwerk-Topologien, Passwörter, VPN-Einstellungen und interne IP-Adressen enthalten. Diese Daten ermöglichen es Cyberkriminellen, unbemerkt tiefer in Systeme vorzudringen. Router und Netzwerkgeräte werden bei Sicherheitsüberprüfungen häufig übersehen und sollten als hochgradig gefährdete Vermögenswerte behandelt werden – ein einzeln kompromittiertes Gerät kann Ausgangspunkt für fortlaufende Spionage oder Sabotage sein.
Primäre Ziele der Angriffe sind die Sektoren Energie, Telekommunikation, Verteidigung, Finanzwesen, Gesundheitswesen und staatliche Einrichtungen. Die Behörden empfehlen als Gegenmaßnahmen: vollständige Bestandsaufnahme aller internetgestützten Geräte, Austausch veralteter Protokolle, Entfernung von Standard-Passwörtern und kontinuierliche Firmware-Updates. Parallel dazu hat der Rat der Europäischen Union Sanktionen gegen neun Personen und vier Organisationen verhängt, die russische Cyberangriffe unterstützen – darunter sogenannte Bulletproof-Hosting-Anbieter wie Media Land LLC und ML.Cloud sowie Akteure, die an der Entwicklung von Schadsoftware wie dem Banking-Trojaner TrickBot oder der Erpressersoftware Conti beteiligt sind.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 15. Juli 2026
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