Zum Inhalt springen

Estée Lauder: Datenabfluss durch Oracle-Schwachstelle CVE-2025-61882

Auf den Punkt: Die Erpressergruppe Clop kompromittierte Estée Lauders Oracle E-Business Suite über CVE-2025-61882 und entwendete Mitarbeiter- und Kundendaten in großem Umfang.

Estée Lauder bestätigt einen Datenabfluss, bei dem Angreifer eine kritische Schwachstelle in Oracle E-Business Suite ausnutzten. Der Einbruch ereignete sich am 9. August 2025, wurde aber erst im Juni 2026 entdeckt.

Der US-Kosmetikkonzern Estée Lauder informiert betroffene Personen über einen Datenschutzvorfall in seinen Systemen. Am 9. August 2025 erlangten Angreifer unbefugten Zugriff auf die interne Oracle E-Business Suite, die für Personalprozesse eingesetzt wird. Die Entdeckung erfolgte erst am 19. Juni 2026, was einem Zeitfenster von etwa zehn Monaten entspricht. Der Vorfall betrifft einen großen Konzern mit 57.000 Mitarbeitern weltweit und 14,3 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz.

Bei dem Angriff wurden umfangreiche Datenkategorien entwendet: vollständige Namen, Postadressen, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten, Sozialversicherungsnummern, Passnummern, Finanz- und Bankkontoinformationen, Gesundheitsdaten sowie Beschäftigungsdaten einschließlich Gehalts- und Leistungsberichten. Die Entwendung dieser Kombinationen ermöglicht Identitätsdiebstahl in erheblichem Maßstab und birgt für Betroffene langfristige Risiken, insbesondere durch die Verfügbarkeit von Bankdaten und Dokumentennummern.

Die Erpressergruppe Clop setzte die kritische Schwachstelle CVE-2025-61882 in den Oracle E-Business Suite Versionen 12.2.3 bis 12.2.14 als Zero-Day-Lücke ein. Die Lücke ermöglichte es, Authentifizierungen zu umgehen und über die BI Publisher Integration schädlichen Code auszuführen. Oracle veröffentlichte Sicherheitsupdates erst am 4. Oktober 2025. Die Erpressergruppe nutzte dieses Zeitfenster zwischen August und Oktober für eine breitangelegte Kampagne, die neben Estée Lauder weitere Organisationen wie Hochschulen, Logistikdienstleister und Medienhäuser traf.

Dies ist nicht der erste Angriff dieser Gruppe auf Estée Lauder: 2023 kompromittierte Clop bereits Systeme des Unternehmens über eine Lücke in MOVEit Transfer. Als Reaktion bietet Estée Lauder betroffenen Personen eine zweijährige kostenlose Identitätsüberwachung über den Dienstleister Kroll an. Für CISOs ist dieser Fall ein Indikator für die Notwendigkeit, Sicherheitsupdates für kritische Enterprise-Software innerhalb von Tagen statt Wochen zu priorisieren sowie Systeme mit großflächigem Datenzugriff (wie Personalsoftware) mit zusätzlicher Segmentierung und Monitoring zu schützen.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 21. Juli 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.7.3.

Share on: