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NadMesh-Botnetz targetet ungeschützte KI-Dienste für Cloud-Zugriffsdiebstahl

Auf den Punkt: NadMesh nutzt bekannte Fehlkonfigurationen in KI-Diensten und administrativen Schnittstellen, um Cloud-Zugangsdaten zu entwenden, nicht für Rechenleistungsraub.

Das Go-basierte Botnetz NadMesh exploitiert seit Juli 2026 ungesicherte KI-Plattformen wie ComfyUI, Ollama und n8n, um AWS-Schlüssel, Kubernetes-Token und Docker-Anmeldedaten zu stehlen. Das XLab-Sicherheitsteam von QiAnXin hat bereits über 3.811 abgegriffene AWS-Schlüssel auf dem Command-and-Control-Dashboard dokumentiert.

Das Botnetz NadMesh konzentriert sich nicht auf Ressourcenraub wie Krypto-Mining, sondern auf den systematischen Diebstahl von Berechtigungen. Primäre Ziele sind öffentlich erreichbare Installationen von ComfyUI, Ollama, n8n, Open WebUI, Langflow und Gradio ohne ausreichende Zugriffskontrolle. Nach Infektion extrahiert die Schadsoftware AWS-Konfigurationen, Kubernetes-Service-Account-Token, Docker-Anmeldedaten sowie Umgebungsvariablen aus .env-Dateien. Sie inventarisiert zudem verfügbare KI-Modelle wie DeepSeek, GLM und Kimi, die mit Cloud-Infrastrukturen verknüpft sind.

Die Infektionsvektoren verteilen sich wie folgt: Ungeschützte Docker-Container-APIs machen 30,31 Prozent des Netzwerkverkehrs aus, Remote-Code-Execution-Schwachstellen in Jenkins-Skriptkonsolen 22,28 Prozent, schwache Telnet-Passwörter 10,36 Prozent und unauthentifizierte Redis-Zugriffe 8,29 Prozent. Daneben nutzt NadMesh CVE-2026-39987 in Marimo-Notebooks und CVE-2026-41176 in rclone-Servern aus. Das Model Context Protocol wird über execute_command-Befehle für direkte Systemausführung missbraucht, macht aber nur 0,78 Prozent der beobachteten Angriffe aus.

Für CISOs ergibt sich ein unmittelbares Handlungsgebot: Administrative Schnittstellen und KI-Dienste müssen sofort durch Authentifizierung geschützt oder vom öffentlichen Netz getrennt werden. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Port 8188 (ComfyUI), 11434 (Ollama), 7860 (Gradio) und 5678 (n8n). Bei Verdacht auf Kompromittierung müssen autorisierte SSH-Schlüssel in ~/.ssh/authorized_keys, geplante Cronjobs in /etc/cron.d/ sowie die Verzeichnisse /dev/shm/, /var/tmp/ und /tmp/ auf verdächtige oder versteckte Dateien überprüft werden.

Liegt eine Infektion vor, ist Systemisolation notwendig. Da NadMesh sich über drei Persistenzmechanismen gleichzeitig verankert und die Datei-Hashes durch Obfuskation variieren, müssen alle kompromittierten AWS-Schlüssel, Kubernetes-Token und Passwörter vollständig widerrufen und neu generiert werden. Eine bloße Datenlöschung reicht nicht aus.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 21. Juli 2026
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