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LG sperrt Apps mit Residential-Proxy-Funktionen aus dem webOS Store

Auf den Punkt: LG verpflichtet App-Entwickler, Residential-Proxy-Funktionen zu entfernen, sonst werden deren Apps suspendiert.

LG Electronics USA wird Apps aus seinem Smart-TV-App-Store entfernen, die das Fernsehgerät als ständig aktiven Residential-Proxy-Knoten nutzen. Der Schritt folgt einer Studie, die zeigt, dass über 42 Prozent der Apps im LG webOS Store solche Proxy-SDKs enthalten.

Das Sicherheitsunternehmen Spur hat Anfang Juli dokumentiert, dass mehr als 42 Prozent der zum Download verfügbaren Apps für LG-Fernseher SDKs (Software Development Kits) von Residential-Proxy-Anbietern enthalten. Diese Komponenten wandeln das TV-Gerät in einen Proxy-Knoten um, dessen Internetverbindung von Dritten genutzt werden kann. Bei Samsung-Fernsehern mit Tizen-Betriebssystem betrug der Anteil solcher Apps über 25 Prozent. Der Residential-Proxy-Anbieter Bright Data war für die Mehrheit dieser SDKs verantwortlich.

LG Senior Vice President John Taylor bestätigte gegenüber KrebsOnSecurity, dass das Unternehmen mit App-Entwicklern zusammenarbeitet, um die Proxy-Optionen aus deren webOS-Apps zu entfernen. Apps, deren Entwickler sich nicht daran halten, würden suspendiert. Taylor erklärte, dass ein Residential-Proxy-Netzwerk keine vorgesehene Nutzung für LG-Smart-TVs darstelle und das Unternehmen seine Bewertungsprozesse für eingereichte Apps verschärfen werde.

App-Entwickler können ihre Anwendungen monetarisieren, indem sie SDKs von Proxy-Anbietern integrieren, die dafür bezahlen, dass Nutzergeräte als Proxy-Knoten fungieren. Die Proxy-Provider vermieten diese Knoten an Kunden, häufig für Content-Scraping-Aktivitäten. Spur fand solche SDKs in Apps von einfachen Spielen wie Pac-Man bis hin zu Bildschirmschonern und Utility-Tools.

Die Proxy-Anbieter argumentieren, dass sie strenge Know-Your-Customer-Prozesse implementieren und technische Gegenmaßnahmen einsetzen, um zu verhindern, dass Proxy-Kunden andere Geräte im lokalen Netzwerk des Proxy-Nutzers steuern können. Spur hingegen kritisiert, dass Residential-Proxy-SDKs in großem Maßstab in Geräten eingebettet werden, die Verbraucher nicht als Computer betrachten und die sie nicht überprüfen können. Ein einmaliger Zustimmungs-Prompt in einer TV-App sei kein Ersatz für echte Transparenz und kontinuierliche Kontrolle – ein besonderes Risiko entstehe, wenn Minderjährige im Haushalt dem Proxy-Netzwerk zustimmen.


Quelle: krebsonsecurity.com · Erschienen 22. Juli 2026
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