Auf den Punkt: Deutsche und US-Ermittler haben die Infrastruktur eines der weltweit führenden Phishing-Kits abgeschaltet, das speziell für MFA-Umgehung bei Microsoft 365 entwickelt wurde.
Deutsche und US-Behörden haben die zentrale Infrastruktur des Kratos-Phishing-Kits stillgelegt, das nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft zu den weltweit häufigsten kriminellen Phishing-Werkzeugen zählte. Die indonesischen Behörden nahmen den Mann fest, dem sie die Entwicklung und den Betrieb zuordnen.
Die Frankfurter Zentrale Stelle für Cybercrime (ZIT) und das Bundeskriminalamt (BKA) kündigten die Zerschlagung am Montag an. Kratos wurde speziell für den Diebstahl von Microsoft-365-Sessions und die Umgehung von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) konzipiert und war weit verbreitet im Einsatz für Phishing-Kampagnen gegen Unternehmensumgebungen.
Das Phishing-Kit funktionierte durch das Hosten von gefälschten Microsoft-Login-Seiten, die legitime Anmeldeverfahren nachahmten. Die Infrastruktur erfasste nicht nur Benutzerdaten, sondern auch Session-Tokens und MFA-Authentifizierungsfaktoren, um so einen unmittelbaren Zugriff auf Microsoft-365-Konten zu ermöglichen.
Für CISOs ist dieser Fall bedeutsam, weil er zeigt, dass auch weit verbreitete und spezialisierte Phishing-Werkzeuge zeitnah durch koordinierte internationale Ermittlungen neutralisiert werden können. Gleichzeitig unterstreicht er die andauernde Gefahr, die von professionell betriebenen Phishing-Infrastrukturen ausgeht, die spezifisch darauf ausgerichtet sind, MFA-Sicherheitsmaßnahmen zu überwinden.
Quelle: thehackernews.com · Erschienen 22. Juli 2026
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