Auf den Punkt: Unternehmen sollten ihre Sicherheitskontrollen durch praktische Tests validieren, statt sich auf die Ausführung von Prozessen zu verlassen.
Viele CISOs vertrauen ihren Cybersecurity-Kontrollen, ohne ihre reale Schutzwirkung zu testen. Sie messen vorwiegend die Ausführung von Prozessen, nicht die Fähigkeit, tatsächliche Angreifer zu stoppen.
Moderne Sicherheitsprogramme sind betrieblich sehr aktiv: Assets werden gescannt, Schwachstellen priorisiert, Patches eingespielt, Dashboards aktualisiert. Diese Aktivitäten gelten in vielen Organisationen lange als Indiz für ein hohes Sicherheitsniveau.
Ein grundsätzliches Problem zeichnet sich jedoch ab: Unternehmen messen vielfach nicht ihre Fähigkeit, einen echten Angreifer abzuwehren, sondern lediglich, ob ihre Arbeitsprozesse abgeschlossen wurden. Die Unterscheidung ist entscheidend: Ein gescanntes Vulnerability-Management sagt nichts über die praktische Abwehrfähigkeit aus, wenn die erkannten Schwachstellen in kritischen Systemen nicht priorisiert oder nicht gepatcht werden.
Für CISOs bedeutet dies, dass sie ihre Vertrauensbasis überprüfen sollten. Kontrollen, die nicht validiert wurden – etwa durch Red-Team-Tests, Penetrationstests oder Simulation realistischer Angreifszenarien – geben möglicherweise ein falsches Sicherheitsgefühl. Ein aktives Sicherheitsprogramm ohne dokumentierte Wirksamkeitsmessung entspricht eher einer Compliance-Checkliste als einem funktionierenden Abwehrmechanismus.
Quelle: www.security-insider.de · Erschienen 23. Juli 2026
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