Auf den Punkt: Stadler Rail lehnt eine Erpressungsforderung der Hackergruppe Everest über 12,3 Millionen US-Dollar ab und erstellt Anzeige; Betrieb und Fahrzeugsysteme sind nicht beeinträchtigt.
Der Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail wurde im Juli 2026 über eine gemeinsam mit einem Zulieferer genutzte Datenaustauschplattform angegriffen. Die Hackergruppe Everest forderte daraufhin 10 Millionen Schweizer Franken (etwa 12,3 Millionen US-Dollar) Lösegeld – das Unternehmen lehnte ab und erstattete Anzeige.
Stadler Rail bestätigte, dass Angreifer über eine mit einem Zulieferer gemeinsam betriebene Datenaustauschplattform eindringen konnten. Bei dem Vorfall wurden technische Informationen entwendet. Die internen IT-Systeme des Unternehmens und die weltweiten Produktionsabläufe waren nicht betroffen. Nach Aussage von Stadler wurden keine relevanten personenbezogenen Daten gestohlen, und die weltweit eingesetzten Schienenfahrzeuge des Herstellers sind nicht gefährdet.
Im Anschluss an den Sicherheitsvorfall erhielt der Zugbauer ein Erpresserschreiben der Hackergruppe Everest mit einer Lösegeldforderung in Höhe von 10 Millionen Schweizer Franken. Stadler verweigerte die Zahlung und erstattete Strafanzeige bei der Kantonspolizei Thurgau. Das Unternehmen hat sich öffentlich zur Position gegenüber Erpressungsversuchen geäußert: „Stadler wird unter keinen Umständen Lösegeld zahlen und ist daher nicht erpressbar.“
Everest ist seit 2020 als Hackergruppe aktiv, hat sich jedoch von Ransomware-Angriffen mit Systemverschlüsselung abgewandt und konzentriert sich mittlerweile auf Datendiebstahl und Erpressung ohne Verschlüsselung. Stadler Rail beschäftigt etwa 18.000 Mitarbeiter an acht Produktions- und sechs Entwicklungsstandorten und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von über 4,9 Milliarden US-Dollar. Die Systeme der ausgelieferten Lokomotiven, Straßenbahnen, U-Bahnen und Signaltechniken arbeiten unabhängig von der betroffenen Austauschplattform. Ein vorheriger Cyberangriff auf die IT-Infrastruktur des Konzerns ereignete sich bereits 2020.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 23. Juli 2026
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