Auf den Punkt: Anthropic lehnt ein Verbot chinesischer Open-Weight-KI-Modelle ab, fordert aber stärkere Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen — eine Position, die das Unternehmen von über 130 anderen Tech-Konzernen unterscheidet.
Anthropic-CEO Dario Amodei lehnt ein Verbot von Open-Weight-KI-Modellen aus China ab, fordert aber stärkere Maßnahmen zur Sicherung von Halbleiter-Technologie und Schutz geistiger Eigentumsrechte. Die Positionierung unterscheidet sich deutlich von über 130 Unternehmen, die ein solches Verbot ablehnen.
Anthropic-CEO Dario Amodei veröffentlichte am Montag ein Statement auf der Website des Unternehmens, in dem er sich gegen ein kategorisches Verbot chinesischer Open-Weight-KI-Modelle ausspricht, gleichzeitig aber ein strengeres Vorgehen der USA fordert. Seine Forderungen umfassen: Zugangseinschränkungen für China zu fortgeschrittenen Halbleitern, verstärkte Maßnahmen gegen Diebstahl geistiger Eigentumsrechte und verpflichtende Sicherheitstests für alle ausreichend leistungsstarken Modelle.
Amodei adressierte direkt den Verdacht, Anthropic wolle Open-Weight-Modelle verbieten, um sein eigenes Geschäftsmodell zu schützen. Das Unternehmen befürworte kein Verbot dieser Modellkategorie, schrieb er. Gleichzeitig widersprach er dem Argument anderer Unterzeichner eines Branchenbriefs vom Freitag, wonach offene Modelle Defensivmaßnahmen gegen KI-gestützte Cyberangriffe erleichtern würden. Amodei argumentiert, das Gegenteil sei wahrscheinlicher: Der Einsatz von KI zur „Bewaffnung von pandemischen Viren“ könnte deutlich schneller erfolgen als die Entwicklung von Abwehrmechanismen.
Über 130 Unternehmen darunter OpenAI, Nvidia, Microsoft und Google haben einen offenen Brief unterzeichnet, der die wirtschaftlichen Vorteile von Open-Weight-Modellen hervorhebt und warnt, dass ein Verbot kleinen Unternehmen schadet, die auf kostengünstige chinesische Modelle angewiesen sind. Anthropic gehörte nicht zu den Unterzeichnern — eine Abwesenheit, die in Tech- und politischen Kreisen nicht unbemerkt blieb, einschließlich von Angehörigen des Trump-Administration.
Das Nicht-Unterzeichnen wird von Beobachtern wie David Sacks, ehemaliger KI- und Krypto-Beauftragter des Weißen Hauses, als Signal interpretiert, dass Anthropic einem Verbot von Open-Source-Modellen Vorschub leisten könnte. Diese Einschätzung hat unter Branchenakteuren zu erhöhter Aufmerksamkeit bezüglich Anthropics Positionen geführt.
Quelle: www.politico.com · Erschienen 28. Juli 2026
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