Auf den Punkt: Eine seit zwei Jahrzehnten bekannte IPMI-Lücke macht Zehntausende Server für Remote-Übernahmen anfällig und wird trotz öffentlicher Dokumentation offenbar in vielen Organisationen nicht gepatcht.
Eine seit 2004 im IPMI-Protokoll verankerte Schwachstelle, die seit 2013 öffentlich bekannt ist, exponiert derzeit über 24.650 Server gegenüber Remote-Zugriff. Die Lücke ist trotz jahrelanger Bekanntheit weit verbreitet ungepatcht.
Das Intelligent Platform Management Interface (IPMI) ist ein Standard-Fernverwaltungsprotokoll für Server-Hardware. Die betroffene Schwachstelle existiert seit der IPMI-Spezifikation von 2004 und wurde 2013 öffentlich dokumentiert. Sie ermöglicht es Angreifern, ohne Authentifizierung auf Fernverwaltungsfunktionen zuzugreifen und damit administrative Kontrolle über betroffene Server zu erlangen.
Für einen CISO ist diese Konstellation aus mehreren Gründen kritisch: Erstens handelt es sich um Hardware-Management-Zugang (Out-of-Band), der parallel zum Betriebssystem verwaltet wird und oft in Monitoring und Patch-Management übersehen wird. Zweitens ist die jahrelange Bekanntheit der Lücke kein Garantor für Patchquoten – wie die Zahlen zeigen, sind Zehntausende Geräte weiterhin anfällig. Drittens können IPMI-Zugriffe den physischen Zustand eines Servers verändern, Daten löschen oder Betriebssysteme neu starten, ohne dass Betriebssystem-Logs davon zeugen.
Die Konsequenz für Infrastruktur-Management: Hardware-Inventare müssen explizit auf IPMI-Zugriff überprüft werden, verfügbare Patches für die jeweiligen Hersteller eingespielt und – idealerweise – IPMI-Zugang auf Netzwerk-Ebene auf vertrauenswürdige Administrative-Netzwerke beschränkt werden. Die bloße Annahme, dass kritische Hardware automatisch gepflegt wird, reicht nicht aus.
Quelle: www.heise.de · Erschienen 29. Juli 2026
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