Auf den Punkt: Bei rasanter Digitalisierung von Fertigungsbetrieben bleibt die Koordination zwischen IT und Produktion vielerorts ungeklärt, während Cybervorfälle durchschnittlich Produktionsunterbrechungen von 15,3 Stunden und Schäden über eine Million US-Dollar pro Incident verursachen.
60 Prozent der Fertigungsunternehmen streben innerhalb von zwei Jahren vollständige Digitalisierung an, obwohl derzeit erst 9 Prozent diesen Stand erreicht haben. Mit der Vernetzung von Produktionsanlagen über MES-, SCADA- und Historian-Systemen entstehen cyberphysische Systeme mit erheblichen Sicherheitsrisiken.
Laut einer gemeinsamen Studie von Kaspersky und VDC Strategy planen 60 Prozent der befragten Fertigungsunternehmen, sich bis 2026 vollständig zu digitalisieren. Derzeit erreichen nur 9 Prozent der Unternehmen diesen Digitalisierungsstand. Mit der zunehmenden Vernetzung von Produktionsanlagen über Plattformen wie Manufacturing Execution Systems (MES), Supervisory Control and Data Acquisition (SCADA) und Historian-Systeme entstehen cyberphysische Systeme, die neue Angriffsflächen bieten.
Die Folgen von Sicherheitsvorfällen sind für Fertigungsbetriebe erheblich: 60 Prozent der Befragten rechnen bei einem einzelnen Cyberangriff mit Schäden ab einer Million US-Dollar. Produktionsunterbrechungen dauern im Durchschnitt 15,3 Stunden. Dabei entstehen die meisten Kosten nicht durch forensische Untersuchungen, sondern durch verpasste Lieferverpflichtungen und vertraglich vereinbarte Ausgleichszahlungen an Kunden.
Ein zentrales Problem liegt in der Governance: Bei 59 Prozent der Unternehmen legt die IT-Abteilung Sicherheitsrichtlinien fest, berücksichtigt dabei aber nicht ausreichend die spezifischen Anforderungen der Produktion. 44 Prozent sehen die Verwaltung zahlreicher Sicherheitstools als Herausforderung, 38 Prozent berichten von Schwierigkeiten beim Einspielen von Patches in OT-Umgebungen. Nach Aussage von Andrey Strelkov, Head of Industrial Cybersecurity Product Line bei Kaspersky, erfordert die Vernetzung von Fertigungsumgebungen ein grundsätzliches Umdenken: „Mit der zunehmenden Vernetzung von Fertigungsumgebungen geht es bei Cybersicherheit nicht mehr allein darum, zusätzliche Schutzmechanismen einzuführen, sondern die Verfügbarkeit, Widerstandsfähigkeit und Integrität von Produktionsprozessen sicherzustellen.“
Kaspersky empfiehlt Fertigungsunternehmen regelmäßige Sicherheitsaudits der OT-Systeme, kontinuierliche Bewertung und Priorisierung von Schwachstellen, zeitnahe Updates kritischer Komponenten sowie den Einsatz von Endpoint Detection and Response (EDR)-Lösungen. Darüber hinaus sollten IT- und OT-Teams gezielt in den Bereich OT-Sicherheit geschult werden, um Zuständigkeiten klar zu regeln und Sicherheitsrichtlinien produktionsnah auszugestalten.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 29. Juli 2026
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