Auf den Punkt: Eine Exchange-Lücke (CVE-2026-42897) ermöglicht TA488 die Mailbox-Übernahme durch bloßes Betrachten von E-Mails, etabliert Persistenz auf Server-Ebene und entzieht sich klassischen Erkennungsmethoden.
Die russisch-gelenkte Gruppe TA488 hat eine Sicherheitslücke in Microsoft Exchange ausgenutzt, um durch allein das Betrachten präparierter E-Mails in der Outlook Web Access ein Browser-basiertes Hintertür einzuschleusen. Der Angriff erfordert keine Benutzerinteraktion und richtet sich gegen Behörden und Unternehmen in mehreren kritischen Sektoren.
Die Kampagne der Gruppe TA488 (auch als Void Blizzard und Laundry Bear bekannt) begann am 22. Juli und nutzte CVE-2026-42897 – eine Cross-Site-Scripting-Lücke in der HTML-Verarbeitung von Exchange-E-Mails. Das Betrachten einer präparierten Nachricht in der Outlook Web Access löst die Ausführung von bösartigem JavaScript im Browser aus, ohne dass der Benutzer auf einen Link klicken oder eine Anlage öffnen muss.
Betroffen sind Exchange Server 2016 und 2019 sowie die Subscription Edition; Exchange Online ist nicht anfällig. Microsoft gab die Lücke am 14. Mai bekannt, verteilte eine Notfall-Mitigation und folgte mit einem Code-Fix im Juni. Sicherheitsinfrastruktur für die Kampagne wurde im März errichtet – vor Microsofts Offenlegung – was auf mögliche Zero-Day-Nutzung hindeutet. Die Attacken zielten auf Regierungsorganisationen in den USA und Europa sowie auf Unternehmen in Telekommunikation, Finanzwesen, Gastgewerbe und Luft- und Raumfahrt.
Quelle: www.csoonline.com · Erschienen 30. Juli 2026
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