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OpenAI startet ChatGPT Work: Der Agent für Wissensarbeit im Praxis-Check

Auf den Punkt: OpenAIs neues Agentenprodukt ChatGPT Work verbindet sich mit gängigen Unternehmenswerkzeugen, läuft wahlweise in einer isolierten Cloud-MicroVM oder lokal mit vollem Computerzugriff, und soll laut Greg Brockman bis Jahresende mit dem regulären ChatGPT-Chatmodus verschmelzen.

OpenAI hat am 9. Juli mit ChatGPT Work ein Agentenprodukt für Wissensarbeiter veröffentlicht, das drei neue Modelle in vierzehn Konfigurationen sowie die Zusammenführung von ChatGPT- und Codex-Desktop-App umfasst. Für CTOs ist relevant, dass Work laut OpenAI-Präsident Greg Brockman noch in diesem Jahr mit dem regulären ChatGPT-Chatmodus verschmelzen soll – Work ist damit ein Vorgeschmack auf die künftige Standard-Nutzung von ChatGPT durch potenziell eine Milliarde wöchentlicher Nutzer.

ChatGPT Work verbindet sich mit gängigen Arbeitswerkzeugen wie Slack, E-Mail, Google Drive, Kalendern, CRM-Systemen und Projektmanagement-Tools über hunderte Plugins, um daraus fertige Arbeitsergebnisse zu erstellen. Technisch basiert das Produkt auf dem sogenannten Codex-Harness – der gleichen Infrastruktur, die auch Modelle, Sub-Agenten, Browser-Nutzung und mehrstündige Aufgabenbearbeitung antreibt, allerdings ohne die für Entwickler sichtbaren Elemente wie Git-Steuerung oder Diff-Ansichten. Jede Aufgabe läuft in einer isolierten Cloud-MicroVM: Pro-Accounts erhalten 8 CPUs, 20 GB RAM und 64 GB Speicherplatz, Plus-Accounts 14 GB RAM. Zusätzlich steht ein verwalteter Chrome-Dienst zur Verfügung, über den der Agent per Tool-Calls im Browser agiert. Drei Wochen nach dem Launch soll Work zusammen mit Codex bereits 10 Millionen Nutzer überschritten haben, während ChatGPT insgesamt im Juni die Marke von 1 Milliarde monatlich aktiven Nutzern und diesen Monat 1 Milliarde wöchentlich aktiven Nutzern erreicht haben soll.

Für Entscheider in der IT-Leitung ist die Produktarchitektur entscheidend: Work läuft auf Web und Mobile ausschließlich in der Cloud, wobei eine begonnene Aufgabe nahtlos zwischen Geräten weitergeführt werden kann – ein Task lässt sich etwa im Browser starten, auf dem Smartphone verfolgen und am Laptop als fertiges Dokument oder Tabellenblatt abrufen. Die Desktop-App bietet zusätzlich einen lokalen Modus, in dem der Agent mit vollem Computerzugriff direkt auf dem eigenen Rechner arbeitet, über Dateien und Anwendungen hinweg. Dieser lokale Modus ist faktisch identisch mit Codex, nur ohne die entwicklerspezifische Oberfläche. Lokale Aufgaben erscheinen jedoch nicht auf Web oder Mobile, und es gibt bislang keine Möglichkeit, eine lokal gestartete Aufgabe in die Cloud zu verschieben – eine Einschränkung, die bei der Bewertung von Workflows und Governance-Anforderungen zu berücksichtigen ist.

Als Ergebnisformate liefert Work interaktive Sheets, Dokumente und Präsentationen sowie sogenannte Sites: eigenständig gehostete Web-Apps und Dashboards, die der Agent erstellen, per URL teilen und selbstständig aktuell halten kann. Die Produktlandschaft um Work ist derzeit unübersichtlich, da es Elemente aus ChatGPT, Codex als App und als ursprünglichem Cloud-Agenten, dem ChatGPT-Agenten sowie aus Atlas und OpenClaw vereint. Für CTOs, die Governance, Datenzugriff über Plugins und den Umgang mit Cloud- versus Lokal-Ausführung evaluieren, lohnt sich angesichts der angekündigten Fusion mit dem Standard-Chatmodus eine frühzeitige Auseinandersetzung mit Berechtigungskonzepten und Sicherheitsimplikationen des vollen Computerzugriffs im lokalen Modus.


Quelle: www.latent.space · Erschienen 4. August 2026
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