Auf den Punkt: Lazarus Group nutzte einen inzwischen gepatchten Windows-Zero-Day, um über Operation Dream Job SYSTEM-Rechte zu erlangen und eine neue Backdoor bei Rüstungs- und Luftfahrtunternehmen in Frankreich, Deutschland, Brasilien und Indien zu installieren.
Die nordkoreanische Gruppe Lazarus hat laut Check Point Research eine inzwischen gepatchte Windows-Sicherheitslücke als Zero-Day ausgenutzt, um eine bislang unbekannte Backdoor bei Rüstungs- und Luftfahrtunternehmen zu platzieren. Betroffen sind Organisationen in Frankreich, Deutschland, Brasilien und Indien.
Check Point Research ordnet die Angriffe der Kampagne „Operation Dream Job“ zu, einer seit Jahren aktiven Cyberspionage-Operation der Lazarus Group. Die Angreifer nutzten eine zuvor unbekannte Schwachstelle in Microsoft Windows aus, um SYSTEM-Rechte zu erlangen, und setzten anschließend eine zuvor nicht dokumentierte Backdoor ein. Die Lücke wurde laut Bericht mittlerweile von Microsoft geschlossen. Zu Details wie einer konkreten CVE-ID, dem Patch-Datum oder der betroffenen Windows-Version liegen im Originalbericht keine weiteren Angaben vor.
Zielbranche der Kampagne sind Verteidigungs- und Luft- und Raumfahrtunternehmen in vier Ländern: Frankreich, Deutschland, Brasilien und Indien. Operation Dream Job ist seit längerem für Social-Engineering-Ansätze bekannt, bei denen Opfer über gefälschte Stellenangebote oder Recruiting-Kontakte zur Ausführung von Schadcode verleitet werden. Die Kombination aus Zero-Day-Ausnutzung und einer neuen Backdoor deutet auf eine Weiterentwicklung der technischen Fähigkeiten der Gruppe hin.
Für CISOs in der Rüstungs-, Luftfahrt- und angrenzenden Zulieferindustrie ergibt sich unmittelbarer Handlungsbedarf: Windows-Systeme sollten zeitnah auf den aktuellen Patch-Stand geprüft werden, sobald Microsoft entsprechende Updates bereitstellt beziehungsweise bereitgestellt hat. Da SYSTEM-Rechte im Zentrum der Ausnutzung stehen, sind Privilege-Escalation-Erkennung sowie das Monitoring ungewöhnlicher Prozessaktivitäten mit erhöhten Rechten priorisiert zu überprüfen. Angesichts des Bezugs zu Operation Dream Job empfiehlt sich zudem eine Sensibilisierung von Mitarbeitenden mit Recruiting- oder Bewerbungskontakt für Social-Engineering-Versuche über LinkedIn oder ähnliche Kanäle.
Der Vorfall unterstreicht erneut das anhaltende Interesse staatlich verbundener nordkoreanischer Akteure an westlichen und alliierten Verteidigungslieferketten. Sicherheitsteams in den genannten Zielländern sollten die Indikatoren aus dem Check-Point-Bericht in ihre Threat-Intelligence-Feeds aufnehmen und relevante Systeme retrospektiv auf Kompromittierungsspuren prüfen.
Quelle: thehackernews.com · Erschienen 12. August 2026
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