Auf den Punkt: Deutsche Unternehmen verzeichneten im Juli 2026 durchschnittlich 1.723 Cyberangriffe pro Woche (+40 Prozent zum Vorjahr), während Ransomware-Gruppen wie „the Gentlemen“ und „Qilin“ sowie riskante GenAI-Nutzung die Bedrohungslage zusätzlich verschärfen.
Check Point Research registriert für deutsche Unternehmen im Juli 2026 durchschnittlich 1.723 Cyberangriffe pro Woche – ein Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Parallel dazu wächst die Ransomware-Aktivität weltweit deutlich, und riskante GenAI-Nutzung wird zum festen Bestandteil des Unternehmensalltags.
Nach aktuellen Zahlen von Check Point Research verzeichneten deutsche Unternehmen im Juli 2026 im Schnitt 1.723 Cyberangriffe pro Woche und Organisation, ein Plus von 40 Prozent im Jahresvergleich. In Österreich lag der Wert mit 2.314 wöchentlichen Angriffen sogar noch höher (+34 Prozent), in der Schweiz stiegen die Angriffszahlen um 35 Prozent auf durchschnittlich 1.489 pro Woche. Damit bewegt sich die gesamte DACH-Region auf einem historisch hohen Niveau.
Als treibende Kraft nennt Patrick Fetter, Lead Sales Engineer und Cyber Security Evangelist bei Check Point Software, weiterhin Ransomware. Besonders aktiv waren im Juli die Gruppen „the Gentlemen“ und „Qilin“. „The Gentlemen“ nutzt gezielt exponierte, mit dem Internet verbundene Geräte wie VPNs und Firewalls als Einstiegspunkt und verschlüsselt nach erfolgtem Zugriff innerhalb weniger Stunden das gesamte Netzwerk. Die mit der RaaS-Gruppe Qilin verbundenen Partner setzen auf doppelte Erpressungstaktiken. In Deutschland sind laut Fetter vor allem KRITIS-Betreiber, Bildungseinrichtungen und Hardware-Anbieter gefährdet. Weltweit stieg die Zahl gemeldeter Ransomware-Opfer im Juli auf 964 Fälle – ein Anstieg von 49 Prozent gegenüber Juni 2026 und von 87 Prozent gegenüber Juli 2025. Neben „the Gentlemen“ und „Qilin“ (je 14 Prozent der reklamierten Angriffe) trat die Gruppe „DeadLock“ mit 10 Prozent (97 Opfer) hervor. Im Branchenvergleich blieb der Bildungs- und Forschungssektor mit weltweit durchschnittlich 4.848 Angriffen pro Woche am stärksten betroffen.
Für CISOs relevant ist zudem die zunehmende Verlagerung des Risikos in den Bereich generativer KI. Laut den Analysten barg im Juli jeder 36. Prompt ein hohes Risiko für den Abfluss sensibler Unternehmensdaten. Rund 88 Prozent der Unternehmen, die GenAI-Tools regelmäßig einsetzen, waren von risikoreichen Anfragen betroffen; insgesamt enthielten 22 Prozent aller untersuchten Prompts potenziell vertrauliche Informationen. Am häufigsten fanden sich personenbezogene Daten (70 Prozent der Fälle), Finanzdaten (68 Prozent) sowie Angaben zur Netzwerk- und IT-Infrastruktur (68 Prozent) in den Eingaben. Im Schnitt nutzten Unternehmen acht verschiedene GenAI-Anwendungen parallel – ein Hinweis auf ausgeprägte Schatten-IT in diesem Bereich.
Klassische Angriffsvektoren bleiben davon unberührt relevant: Jede 128. E-Mail wurde im Juli als Phishing eingestuft. Omer Dembinsky, Data Research Manager bei Check Point Research, fasst die Lage so zusammen, dass sich Cyberrisiken gleichzeitig an mehreren Stellen häufen – steigendes Angriffsvolumen, zunehmende Ransomware-Aktivität und GenAI-Gefährdungen als Teil des täglichen Geschäftsbetriebs. Für Sicherheitsverantwortliche ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Schutzmaßnahmen nicht mehr isoliert auf Netzwerk oder E-Mail zu beschränken, sondern Nutzerverhalten, Datenflüsse und KI-Workflows in ein gemeinsames, präventiv ausgerichtetes Sicherheitskonzept einzubinden.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 14. August 2026
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