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Clop-Erpressung: Shell untersucht mutmaßlichen Datendiebstahl über PTC-Windchill-Lücke

Auf den Punkt: Clop nutzt eine kritische Schwachstelle (CVE-2026-12569) in PTC Windchill/FlexPLM aus, um bei Shell und mindestens 42 weiteren Unternehmen Daten zu stehlen, obwohl CISA und BSI bereits im Juni vor der Lücke gewarnt hatten.

Die Ransomware-Gruppe Clop behauptet, dem Energiekonzern Shell rund 89 Gigabyte vertrauliche Unternehmensdaten entwendet zu haben. Als Einfallstor gilt eine kritische Schwachstelle in den PTC-Plattformen Windchill und FlexPLM, die bereits im Juni von CISA und BSI als aktiv ausgenutzt eingestuft wurde.

Shell untersucht derzeit einen potenziellen Sicherheitsvorfall in seinen IT-Systemen. Die Ransomware-Gruppe Clop führt den britischen Energiekonzern gemeinsam mit 42 weiteren Unternehmen, darunter angeblich General Electric und Philips, auf ihrer Darknet-Erpressungsplattform als neues Opfer. Nach Angaben der Angreifer umfassen die gestohlenen Dateien technische Konstruktionszeichnungen, Testberichte von Anlagen, Fotografien von Einrichtungen sowie strategische Projektpläne. Ein Shell-Sprecher bestätigte gegenüber Medien laufende Untersuchungen zusammen mit internen Sicherheitsteams und externen Experten, machte jedoch bislang keine genaueren Angaben zum Ausmaß der Betroffenheit.

Als Einfallstor identifizieren Sicherheitsanalysten eine kritische Schwachstelle in den Produkt-Lebenszyklus-Management-Plattformen PTC Windchill und FlexPLM, geführt unter der Kennung CVE-2026-12569. Die Sicherheitsunternehmen ReliaQuest und die Organisation Ransom-ISAC bestätigen die aktive Ausnutzung der Lücke: Angreifer schleusen JSP-Webshells in öffentlich erreichbare Server ein, um Entwicklungs- und Unternehmensdaten abzuziehen. Sowohl die US-Behörde CISA als auch das BSI hatten bereits im Juni vor der Bedrohung gewarnt und eine umgehende Schließung der Lücke angeordnet.

Für CISOs ist relevant, dass die betroffene PTC-Software weltweit von mehr als 30.000 Kunden in Branchen wie Luftfahrt, Automobilbau, Maschinenbau und Energie eingesetzt wird – Sektoren mit hohem Anteil geistigen Eigentums in Konstruktionsdaten und Fertigungsprozessen. Der Fall zeigt erneut das Muster von Clop, kritische Schwachstellen in Software für Produktlebenszyklus- und Dateimanagement in großem Maßstab auszunutzen, bevor Patches flächendeckend eingespielt sind.

Sicherheitsexperten empfehlen Betreibern von Windchill und FlexPLM das umgehende Einspielen der von PTC bereitgestellten Patches, die Platzierung der Systeme hinter abgesicherten VPNs oder Vertrauens-Gateways sowie im Verdachtsfall die Isolation betroffener Server, die Sicherung forensischer Spuren und eine vollständige Erneuerung aller Zugangsdaten.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 17. August 2026
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