Auf den Punkt: Laut aDvens-Report nutzen Angreifer zunehmend IT-Dienstleister als Einfallstor in Kundennetze und OT-Umgebungen, weshalb Unternehmen Dienstleisterzugänge über Least-Privilege, MFA, Segmentierung und 72-Stunden-Patching absichern sollten.
Der „Threat Status Report 2025/2026“ des IT-Sicherheitsdienstleisters aDvens zeigt: Cyberkriminelle nutzen verstärkt Softwarehersteller und externe IT-Partner als Einfallstor, um über einen einzelnen kompromittierten Anbieter Zugriff auf zahlreiche Kundennetze oder ganze Branchen zu erlangen.
Laut dem Report attackieren Angreifer gezielt unbehobene Sicherheitslücken, manipulierte Komponenten oder unzureichend geschützte Fernwartungszugänge bei Softwareherstellern und IT-Dienstleistern. Einmal im System platzieren sie häufig bösartige Skripte, sogenannte Webshells, um dauerhafte Hintertüren einzurichten. Das Risiko beschränkt sich dabei nicht mehr auf die klassische Büro-IT, sondern greift zunehmend auf industrielle Produktionsumgebungen (OT) über.
Andreas Süß, CEO DACH bei aDvens, mahnt an, dass Unternehmen wissen müssen, welche Partner auf ihre Systeme zugreifen, welche Berechtigungen diese besitzen und wie die Zugriffe überwacht werden. Für CISOs bedeutet das eine Verschiebung des Schutzfokus: Die eigene Angriffsfläche ist nicht mehr nur durch die eigenen Systeme definiert, sondern durch die gesamte Kette angebundener Dienstleister, Cloud-Dienste und Fernwartungszugänge – inklusive OT-Anbindung.
Der Report empfiehlt ein mehrstufiges Schutzkonzept: Kritische Sicherheitslücken in öffentlich erreichbaren Systemen sollten innerhalb von 72 Stunden geschlossen werden. Unternehmen sollten ein vollständiges Verzeichnis aller Softwareanbieter, Cloud-Dienste und Fernwartungszugänge führen und Dienstleistern nach dem Least-Privilege-Prinzip nur die absolut notwendigen Systemrechte einräumen, wobei ungenutzte Konten konsequent zu löschen sind. Sämtliche Zugänge externer Partner sollen verpflichtend per Multi-Faktor-Authentifizierung abgesichert werden.
Ergänzend raten die Experten zum Einsatz von Web Application Firewalls und automatisierten Scans, um das Einschleusen von Webshells zu verhindern, sowie zu einer klaren Netzwerksegmentierung zwischen Produktions-, Verwaltungs-, Cloud- und OT-Netzen, um eine Querausbreitung im Schadensfall zu stoppen. Kontinuierliche Protokollierung der Aktivitäten privilegierter Konten und regelmäßige Angriffssimulationen sollen die Wirksamkeit der Maßnahmen absichern.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 19. August 2026
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