Zum Inhalt springen

Sam Altman räumt ein: Token-Kosten sind für Enterprise-Kunden kritisch geworden

Share on:

Auf den Punkt: Firmen-KI-Ausgaben sind außer Kontrolle geraten; OpenAI verspricht effizientere Modelle, während das Jevons-Paradoxon längerfristig wieder steigende Nachfrage antreiben könnte.

OpenAI-Chef Sam Altman hat bestätigt, dass Unternehmenskunden die explodierenden Kosten für KI-Token zunehmend als Geschäftsproblem wahrnehmen — und sagt eine Optimierung der Modelleffizienz zu. Das Phänomen des „Tokenmaxxing" hat Budgets aufgebläht, ohne proportionalen Mehrwert zu erbringen.

Auf der Veranstaltung „Intelligence at Work“ räumte Altman ein, dass die wachsenden KI-Ausgaben bei Unternehmenskunden mittlerweile ein zentrales Diskussionsthema geworden sind. Dies sei das erste Mal, dass Kunden das Thema proaktiv aufbrächten. Altman zitierte ein wiederkehrendes Szenario: „Mein Unternehmen hat das gesamte 2026er-Budget bereits im ersten Quartal verbraucht.“ OpenAI arbeite nun daran, den Kunden mehr Leistung pro ausgegebenem Dollar zu bieten, konkrete Maßnahmen nannte Altman allerdings nicht.

Zum Problem beigetragen hat die Praxis des „Tokenmaxxing“: Unternehmen steigern ihre KI-Token-Nutzung mit der Erwartung, dadurch Produktivitätsgewinne zu generieren und hohe Ausgaben zu rechtfertigen. Nvidia-Chef Jensen Huang forderte öffentlich, dass Entwickler Token im Wert von mindestens der Hälfte ihres Jahresgehalts verbrauchen sollten. Ein Extrembeispiel: Das Startup OpenClaw verbrauchte 603 Milliarden Token in einem Monat und bezahlte dafür 1,3 Millionen US-Dollar — ohne dass ein klarer Geschäftswert nachgewiesen wurde.

Inzwischen zeigt sich, dass der erhoffte Nutzen häufig ausbleibt. Bei Amazon wurden KI-Agenten offenbar eingesetzt, um in internen Bestenlisten gut dazustehen, nicht wegen echten Mehrwerts. Microsoft hat seine Claude-Code-Lizenzen wegen der Kosten zurückgefahren. Ein strukturelles Problem verschärft die Kostensituation: Agentenbasierte KI-Systeme, bei denen Modelle mehrschrittige Aufgaben eigenständig bewältigen, verbrauchen ein Vielfaches an Tokens gegenüber einfachen Anfragen.

Altman bleibt langfristig optimistisch. Er vertraut auf das Jevons-Paradoxon — die wirtschaftliche Beobachtung, dass billiger werdende Ressourcen zu überproportional steigender Nachfrage führen. Altman belegt dies mit internen OpenAI-Daten: Vor 6,5 Jahren verbrauchte der höchste Nutzer monatlich 100.000 Token. Heute liegt der weltweite Durchschnitt pro Mitarbeiter exakt dort. Der aktuelle Spitzennutzer im OpenAI-Haus kommt auf 100 Milliarden Token monatlich. Falls dieser Trend anhält, könnte der globale Durchschnitt langfristig ebenfalls diese Größenordnung erreichen.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 5. Juni 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.6.0.

Share on: