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EU verpflichtet Meta zur kostenlosen KI-Integration in WhatsApp

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Auf den Punkt: Die EU zwingt Meta durch einstweilige Maßnahme, KI-Assistenten kostenlosen Zugang zu WhatsApp-Business-Tools zu gewähren und damit ein Gebührenmodell rückgängig zu machen, das als Wettbewerbsausschluss gilt.

Die Europäische Kommission hat Meta mit einer einstweiligen Anordnung dazu verpflichtet, konkurrierenden KI-Assistenten kostenlosen Zugriff auf WhatsApp-Business-Tools zu gewähren. Das Unternehmen muss bis nächste Woche zu den Bedingungen von vor Oktober 2024 zurückkehren, als solcher Zugang noch gebührenfrei war.

Die Europäische Kommission ordnete diese Maßnahme am Dienstag an, nachdem Meta im Oktober 2024 begonnen hatte, den Zugang zu beschränken, und im März 2025 Gebühren für konkurrierende KI-Assistenten einführte. Die einstweilige Maßnahme gilt bis zur Abschließung der seit Dezember 2024 laufenden kartellrechtlichen Untersuchung gegen das Unternehmen.

Die EU-Wettbewerbschefin Teresa Ribera begründete die Entscheidung damit, dass in schnell wachsenden Märkten der Wettbewerb lange beeinträchtigt werden kann, bevor ein Kartellverfahren abgeschlossen ist. WhatsApp bezeichnete sie als „Schlüsselzugang zu europäischen Verbrauchern“. Die Kommission sieht in Metas Gebührenmodell faktisch einen Ausschluss von Konkurrenten vom Markt. Dies ist erst die zweite Anwendung dieser Notfallmaßnahme in über zwei Jahrzehnten.

Meta argumentiert dagegen, dass WhatsApp-Business-Tools nicht für KI-Chatbots konzipiert wurden und Konkurrenten über App-Stores und andere Kanäle Zugang zu Nutzern hätten. Ein Sprecher des Unternehmens kritisierte die Entscheidung als Überregulierung und kündigte an, Berufung einzulegen. Zugleich wies Meta darauf hin, dass OpenAI und andere große Unternehmen das kostenpflichtige WhatsApp-Business-Produkt nun kostenlos nutzen könnten, was von anderen europäischen Nutzern finanziert werde.

Bei Nichtbeachtung der Anordnung drohen Meta Geldbußgelder von bis zu zehn Prozent des jährlichen Konzernumsatzes. Die Entscheidung reiht sich in eine Phase erheblicher Spannungen zwischen Meta und Brüssel ein: Das Unternehmen legt Berufung gegen ein 200-Millionen-Euro-Bußgeld ein, das es 2024 unter den Regeln zum digitalen Kapitalmarkt erhielt. Ähnliche Verfahren laufen in Italien und Brasilien; die italienischen Behörden zogen ihre Prüfung einen Tag vor dieser Entscheidung zurück, während Brasilien Meta im März bereits zur Wiedereröffnung des Zugangs zwang.


Quelle: www.politico.eu · Erschienen 9. Juni 2026
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