Auf den Punkt: Die EU zwingt Meta, WhatsApp für Drittanbieter-KI-Assistenten ohne Gebühren zu öffnen, um neue Wettbewerber zu schützen und die Wahlfreiheit der Nutzer zu wahren.
Die EU-Kommission verpflichtet Meta, KI-Assistenten von Drittanbietern in WhatsApp wieder ohne Gebühren zuzulassen. Das Unternehmen muss die Maßnahme innerhalb von fünf Werktagen umsetzen, andernfalls drohen Bußgelder bis zu zehn Prozent des Gesamtumsatzes.
Meta hatte im Oktober 2025 Drittanbietern den Zugang zu den Schnittstellen bei WhatsApp gesperrt, über die Unternehmen ihre KI-Dienste mit dem Messenger verknüpfen konnten. Dies führte dazu, dass Nutzerinnen und Nutzer in der EU nur noch Metas eigene KI-Lösung („Meta AI“) zur Verfügung stand. Nach einer ersten Androhung von Zwangsmaßnahmen öffnete Meta im März 2025 den Zugang zwar formal wieder, führte aber gleichzeitig Gebühren für den Schnittstellen-Zugang ein. Die Wettbewerbsbehörde in Brüssel wertet dies als faktische Fortsetzung der Zugangssperre.
Die Europäische Kommission befürchtet, dass das Vorgehen von Meta den Wettbewerb im wachsenden Markt für universelle KI-Assistenten erheblich beschädigt. Kleinere Anbieter und neue Marktteilnehmer benötigen Zugang zu großen Plattformen wie WhatsApp, um Nutzer in Europa zu erreichen und etablierte Großunternehmen konkurrieren zu können. Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera betont, dass die Entscheidung die Wahlfreiheit der Bürger hinsichtlich ihrer bevorzugten KI-Assistenten bewahrt. Meta muss nun die Bedingungen wiederherstellen, die vor dem 15. Oktober 2025 galten.
Bei Nichteinhaltung der Maßnahmen drohen Meta erhebliche Sanktionen: Bußgelder bis zu zehn Prozent des Gesamtumsatzes des Konzerns im vorangegangenen Geschäftsjahr sowie tägliche Zwangsgelder bis zu fünf Prozent des durchschnittlichen Tagesumsatzes. Die formale Untersuchung zum möglichen Verstoß gegen EU-Wettbewerbsrecht läuft parallel weiter.
Parallel zu diesem Verfahren ermittelt die EU-Kommission auch gegen Facebook und Instagram wegen unzureichenden Kinderscutzes. Die Behörde fordert von den Plattformen, das in den Nutzungsbedingungen festgelegte Mindestalter von 13 Jahren durchzusetzen. Auch hier drohen Strafen bis zu sechs Prozent des jährlichen Konzernumsatzes.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 10. Juni 2026
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