Auf den Punkt: Knapp ein Fünftel der KI-nutzenden Unternehmen hält es für machbar, Akademiker teilweise durch KI-unterstützte Mitarbeiter mit niedrigerem Qualifikationsstand zu ersetzen.
Eine Befragung des Ifo-Instituts zeigt, dass 19,2 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen es für leicht oder sehr leicht halten, Akademiker durch KI-unterstützte Mitarbeiter ohne entsprechende Qualifikation zu ersetzen. Damit zeichnet sich ein bedeutsamer Wandel in der Bewertung von Fachkompetenzen ab.
Das Ifo-Institut befragte im Mai knapp 3000 Unternehmen, die bereits Künstliche Intelligenz einsetzen. Das zentrale Ergebnis: 19,2 Prozent halten es für leicht oder sehr leicht, Arbeitnehmer mit Fach- oder Hochschulabschluss durch KI-unterstützte Mitarbeiter ohne entsprechende Qualifikation zu ersetzen. Weitere 15 Prozent der Unternehmen sehen es ähnlich bei der Ersetzung von erfahrenen durch unerfahrene Mitarbeiter, die mit KI-Unterstützung arbeiten. Im Einzelhandel ist dieser Anteil mit 28,6 Prozent am höchsten.
Damit wird ein struktureller Wandel in der Arbeitswelt sichtbar. Ifo-Wissenschaftlerin Anna Ruffert kommentiert: «KI verändert die Arbeitswelt und kann in manchen Bereichen auch formale Qualifikationen und Erfahrungen teilweise ersetzen.» Das hat Implikationen für Recruiting, Weiterbildung und die künftige Wertschätzung von akademischen Abschlüssen.
Allerdings: Eine Mehrheit von 55,4 Prozent der befragten Unternehmen hält den Ersatz von akademisch qualifizierten Arbeitskräften durch KI weiterhin für schwer oder unmöglich. Das Ifo-Institut stellte diese Frage den eigenen Angaben nach erstmals, weshalb kein historischer Vergleich möglich ist. Die Studie umfasste ausschließlich bereits KI-nutzende Unternehmen und bildet somit nicht die Gesamtheit des deutschen Mittelstands ab.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 12. Juni 2026
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