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US-Exportkontrolle gegen Claude Fable 5 löst Debatten über EU-KI-Souveränität aus

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Auf den Punkt: Die US-Blockade von Claude Fable 5 wird von europäischen Politikern und Unternehmern als Beleg für strukturelle technologische Abhängigkeit gewertet, die europäische Souveränität in der KI-Entwicklung verstärkt in den Fokus rückt.

Die US-Regierung hat Anthropic am 12. Juni eine Exportkontrolldirektive erteilt und daraufhin Claude Fable 5 und Mythos 5 weltweit blockiert – ein Schritt, der in Europa Forderungen nach technologischer Unabhängigkeit verstärkt.

Am 12. Juni um 17:21 Uhr östlicher Zeit übermittelte US-Handelsminister Howard Lutnick Anthropic eine Exportkontrolldirektive auf Basis der Klassifikation ECCN 4E091 aus dem Framework for AI Diffusion (Januar 2025). Die Anordnung untersagte ausländischen Staatsangehörigen – einschließlich ausländischer Anthropic-Mitarbeiter in den USA – den Zugriff auf Claude Fable 5 und Mythos 5. Beide Modelle waren zu diesem Zeitpunkt erst etwa 72 Stunden öffentlich verfügbar. Als Begründung nannte die US-Regierung nationale Sicherheitsbedenken, gab aber keine konkreten technischen Details an.

Anthropic widersprach der Regierungsbewertung öffentlich. Eine Überprüfung habe nur eine kleine Anzahl bereits bekannter, geringfügiger Schwachstellen identifiziert, die auch bei anderen öffentlich verfügbaren Modellen auftreten, erklärte das Unternehmen. Dennoch führte Anthropic die Sperrung aus.

In Europa löste die Maßnahme unmittelbare politische Reaktionen aus. Der französische Präsidentschaftskandidat Bruno Retailleau warnte: „Ein Land, das bei Technologie von anderen abhängig ist, kann über Nacht vom Netz getrennt werden.“ Er forderte ein Ende der „Naivität gegenüber US-Technologiekonzernen“ und verwies auf Mistral und OVHcloud als europäische Alternativen. Der britische Abgeordnete Al Carns konkretisierte die Folgen: „Diese Woche wurde das fortschrittlichste KI-Modell der Welt von einer fremden Regierung abgeschaltet. Britische Forscher, Unternehmen und Krankenhäuser nutzten es.“ Sein Parlamentskollege Tom Tugendhat ordnete ein: „Souveränität wird heute mehr durch Code definiert als durch Kanonen.“ Benjamin Haddad, französischer Europaminister, sprach von einem Wendepunkt im geopolitischen KI-Wettbewerb: „Europa kann sich nicht damit abfinden, ein offener Markt zu sein, der von Technologien abhängt, die anderswo entworfen, finanziert und kontrolliert werden.“

Auch deutsche und europäische Branchenvertreter schlossen sich an. Peter Ganten, Vorstandsvorsitzender der Open Source Business Alliance, bestätigte langjährige Warnungen: „Europa ist fast vollständig abhängig von US-amerikanischen KI-Modellen, die jederzeit abgeschaltet werden können.“ Die OSBA plädiert für offene KI-Modelle auf Open-Source-Basis als strukturelle Antwort. Der Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst betonte den wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Schaden: „Deutschland und Europa sind beim Zugang zu den stärksten KI-Modellen vom Wohlwollen der US-Regierung abhängig. Mehr denn je muss es um digitale Souveränität gehen.“ Christian Allner, CEO von Anhalt Intelligence, warnte: „Wenn Europa nicht schnell handelt, wird es zum Bittsteller in einer von den USA dominierten KI-Welt.“


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 15. Juni 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.7.1.

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