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BRIDGE:BREAK: 22 Schwachstellen in Seriell-zu-IP-Konvertern bedrohen IT und OT

  • NIS2

Auf den Punkt: Forescout deckt mit BRIDGE:BREAK 22 kritische Schwachstellen in Lantronix- und Silex-Seriell-zu-IP-Konvertern auf, die in Millionen von OT- und IT-Umgebungen weltweit im Einsatz sind und teils direkt aus dem Internet erreichbar sind.

Forescout Vedere Labs hat unter dem Namen BRIDGE:BREAK 22 neue Schwachstellen in weit verbreiteten Seriell-zu-IP-Konvertern von Lantronix und Silex offengelegt. Weltweit sind schätzungsweise über zehn Millionen dieser Geräte im Einsatz, knapp 20.000 davon direkt aus dem Internet erreichbar.

Seriell-zu-IP-Konverter, auch Serial Device Server oder Serial-to-Ethernet Adapter genannt, übersetzen Datenströme zwischen klassischen seriellen Schnittstellen (RS-232, RS-422, RS-485) und TCP/IP-Netzwerken. Sie erlauben es, Jahrzehnte alte Steuerungen ohne Ethernet-Anschluss in moderne IP-Infrastrukturen einzubinden, ohne die Hardware auszutauschen. Betroffen von BRIDGE:BREAK sind die Modellreihen Lantronix EDS3000PS, EDS5000PS sowie Silex SD-330AC. Im EDS5000PS finden sich fünf separate Lücken für Remote Code Execution, zwei davon mit einem CVSS-Score von 9,8, drei weitere im hohen Bereich mit Authentifizierungspflicht. Im EDS3000PS erreicht die Schwachstelle CVE-2025-70082 ebenfalls einen CVSS-Score von 9,8. Forescout dokumentiert zudem Buffer Overflows, OS-Command-Injection in Management-Funktionen, beliebigen Datei-Upload, Authentifizierungsumgehung, Manipulation der Firmware über hartkodierte Signaturschlüssel sowie Offenlegung von Passwörtern und kryptografischen Schlüsseln durch schwache Verschlüsselung.

Für Betreiber industrieller und kritischer Infrastrukturen ist relevant, dass diese Konverter oft unauffällig integriert sind und über lange Betriebszyklen laufen, wodurch sie außerhalb des Fokus klassischer IT-Sicherheitsstrategien liegen. Die Einsatzbereiche sind breit: In Umspannwerken übertragen sie Werte von Schutzrelais und Remote Terminal Units an Leitwarten, in Wasseraufbereitungsanlagen Sensordaten und Pumpenbefehle, in Fertigungsstraßen die Kommunikation mit CNC-Maschinen und SPS-Systemen, in der Bahnsignaltechnik Telegramme von Streckenfeldgeräten. Auch im Einzelhandel, in Krankenhäusern, Rechenzentren und an Tankstellen kommen sie zum Einsatz, etwa für Barcode-Scanner, Patientenmonitore, Laboranalysatoren, Infusionspumpen-Schnittstellen, Out-of-Band-Management von Switches und USVs oder Pegelsensoren.

Die Problematik ist nicht neu: Bereits 2018 wies Bitdefender auf die Schwachstellen CVE-2018-8869 und CVE-2018-8865 in einem Lantech IDS-2102 hin, die eine unzureichend validierte Web-Oberfläche und einen Stack-basierten Buffer Overflow in der ser2net-Konfiguration betrafen. Ein Patch wurde damals nicht geliefert, der Hersteller stellte den Support für das Gerät ein. BRIDGE:BREAK zeigt, dass sich an dieser Grundsituation grundsätzlich nichts geändert hat.

Für Praktiker in OT-Sicherheit bedeutet dies, den eigenen Gerätebestand auf Lantronix-EDS- und Silex-SD-330AC-Installationen zu prüfen, insbesondere solche mit direkter Internet-Exposition, wie sie eine Shodan-Recherche mit knapp 20.000 Treffern nahelegt. Da Legacy-Geräte häufig nicht ohne weiteres patchbar sind oder der Hersteller-Support ausgelaufen ist, sind Netzwerksegmentierung, Zugriffsbeschränkung auf Management-Schnittstellen und die Isolierung dieser Konverter von öffentlich erreichbaren Netzen die naheliegenden Kompensationsmaßnahmen.


Quelle: www.computerweekly.com · Erschienen 12. Mai 2026
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