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Apple prüft macOS-Sicherheitslücke, die mit Hilfe von Claude Mythos entdeckt wurde

Auf den Punkt: Die Sicherheitsfirma Calif hat mit Hilfe von Anthropics Claude Mythos einen macOS-Exploit über zwei Fehler entwickelt, den Apple nun untersucht, ohne dass bislang technische Details oder Patches veröffentlicht wurden.

Im Rahmen des von der Europäischen Kommission geförderten Projekts Glasswing kooperiert Anthropic mit Apple bei der Suche nach Sicherheitslücken. Die Sicherheitsfirma Calif aus Palo Alto hat dabei mit Unterstützung des KI-Modells Claude Mythos einen macOS-Exploit entwickelt, den offenbar nicht Apples eigene Tests, sondern erst externe Analysten aufgedeckt haben.

Claude Mythos wurde von Anthropic mit erheblicher öffentlicher Aufmerksamkeit vorgestellt und ist Teil des Projekts Glasswing, das der Erkennung von Sicherheitslücken dient und von der Europäischen Kommission finanziert wird. Im konkreten Fall setzte jedoch nicht Apple selbst das Modell erfolgreich zur Fehlersuche ein, sondern die unabhängige Sicherheitsfirma Calif mit Sitz in Palo Alto. Laut Bericht nutzte Calif Methoden, die eine frühe Version von Mythos vorgeschlagen hatte, um „zwei Fehler und eine Handvoll Verfahren“ auszunutzen und darüber Speicherfehler (Memory Corruption) in macOS auszulösen.

Nach eigenen Angaben erhielt Calif im Anschluss eine Verlängerung der Zugriffsrechte für weitere Untersuchungen. Wie weit die Angreifer mit dem entwickelten Exploit tatsächlich vorgedrungen sind, blieb zum Zeitpunkt der Berichterstattung unklar. Technische Details zu den betroffenen Komponenten, konkreten CVE-Kennungen oder dem genauen Angriffsvektor wurden bislang nicht veröffentlicht.

Für Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen mit macOS-Flotten ist der Vorgang vor allem als Indikator relevant: Er zeigt, dass KI-gestützte Schwachstellenanalyse inzwischen praktisch nutzbare Angriffspfade in einem Betriebssystem aufdecken kann, das als vergleichsweise gut abgesichert gilt – und dass dies auch außerhalb der Kontrolle des Herstellers geschehen kann. Solange keine offiziellen Sicherheitshinweise oder Patches von Apple vorliegen, lässt sich der Schweregrad nicht abschließend einschätzen. Betroffene Organisationen sollten die Ankündigungen von Apple zu macOS-Sicherheitsupdates in den kommenden Wochen aufmerksam verfolgen.

Apple hat den Vorfall nach eigenen Angaben zur Prüfung angenommen, eine Stellungnahme zum Umfang der Untersuchung oder einem Zeitplan für mögliche Fixes liegt derzeit nicht vor.


Quelle: www.heise.de · Erschienen 15. Mai 2026
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