Auf den Punkt: Die PostgreSQL-Versionen 18.4, 17.10, 16.14, 15.18 und 14.23 schließen elf Sicherheitslücken, darunter vier mit CVSS 8.8, die Rechteausweitung bis zur Betriebssystemübernahme ermöglichen können.
Die PostgreSQL-Entwickler haben mit den Versionen 18.4, 17.10, 16.14, 15.18 und 14.23 insgesamt elf Schwachstellen behoben, mehrere davon mit hohem Risiko. IT-Verantwortliche sollten die Updates zeitnah einspielen.
Laut Versionsankündigung der PostgreSQL-Entwickler beheben die neuen Releases 18.4, 17.10, 16.14, 15.18 und 14.23 elf Sicherheitslücken. Vier davon erreichen einen CVSS-Wert von 8.8 und sind als „hoch“ eingestuft, liegen damit knapp unterhalb der Schwelle zu „kritisch“. Ein Integer-Unterlauf in mehreren Funktionen (CVE-2026-6473) erlaubt Angreifern, zu kleine Speicherbereiche zu allokieren und außerhalb der vorgesehenen Grenzen zu schreiben, was zu Abstürzen durch Segmentierungsfehler führt. Eine Linkverfolgungsschwachstelle in pg_basebackup und pg_rewind (CVE-2026-6475) ermöglicht einem Origin-Superuser das Überschreiben lokaler Dateien wie „/var/lib/postgres/.bashrc“ und damit die Übernahme des Betriebssystemkontos. Eine weitere Lücke (CVE-2026-6477) erlaubt Server-Superusern, Client-Speicher auf dem Stack zu überschreiben. Ein Stack-basierter Pufferüberlauf in refint (CVE-2026-6637) versetzt Datenbanknutzer mit geringen Rechten in die Lage, beliebigen Code als Datenbank-User im Betriebssystem auszuführen; zusätzlich ist eine SQL-Injection-Attacke möglich.
Neben diesen vier hochriskanten Lücken stufen die Entwickler zwei weitere als hohes Risiko ein, vier als mittleren und eine als niedrigen Bedrohungsgrad. Für Betreiber von PostgreSQL-Instanzen bedeutet das insbesondere bei den Lücken mit Superuser-Bezug ein reales Risiko der Rechteausweitung bis zur Übernahme des Betriebssystemkontos, sofern entsprechende Berechtigungen oder Backup-Prozesse wie pg_basebackup und pg_rewind im Einsatz sind. Die SQL-Injection-Lücke in refint betrifft Systeme, die auf diese Erweiterung zur referenziellen Integrität setzen.
Über die Sicherheitskorrekturen hinaus beheben die aktualisierten Pakete mehr als 60 weitere Fehler, von denen die Versionsankündigung 24 auflistet. Diese betreffen laut den Entwicklern vor allem PostgreSQL 18. Installer-Pakete für gängige Betriebssysteme und mehrere Linux-Distributionen stehen auf der offiziellen Download-Seite des PostgreSQL-Projekts bereit. Praktiker sollten die betroffenen Instanzen zeitnah auf die genannten Versionen aktualisieren und dabei prüfen, ob Backup-Werkzeuge wie pg_basebackup oder pg_rewind sowie die Erweiterung refint im eigenen Umfeld eingesetzt werden.
Quelle: www.heise.de · Erschienen 18. Mai 2026
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