Auf den Punkt: Anthropic erweitert sein Programm zur KI-gestützten Codesicherung auf 150 neue Partner aus kritischen Infrastrukturen, da die bisherigen 50 Partner bereits über 10.000 kritische Schwachstellen identifizierten.
Anthropic baut sein Programm Project Glasswing zur Sicherung kritischer Software aus. Nach der Entdeckung von mehr als zehntausend kritischen Schwachstellen durch die bisherigen 50 Partner kommen nun etwa 150 neue Organisationen hinzu, darunter Anbieter aus Energie-, Wasser-, Gesundheits- und Kommunikationsinfrastruktur.
Project Glasswing ist eine Initiative von Anthropic zur Zusammenarbeit bei der Sicherung weltweit kritischer Software. Im April 2025 hatten etwa 50 erste Partner Zugang zum Claude Mythos Preview und setzten das Modell zur Codebase-Analyse ein. Diese Partner identifizierten damit mehr als zehntausend Schwachstellen mit hohem oder kritischem Schweregrad.
Die Expansion umfasst nun etwa 150 zusätzliche Organisationen, die aus mehr als 15 Ländern stammen und Anforderungen an Informationssicherheit erfüllen müssen. Die neue Gruppe deckt Industrien ab, die in der Initialgruppe unterrepräsentiert waren: Stromversorgung, Wasserwirtschaft, Gesundheitswesen, Kommunikation und Hardware. Viele der neuen Partner sind Anbieter von Codesystemen, auf die Organisationen weltweit—einschließlich Regierungen—angewiesen sind. Ein erfolgreicher Cyberangriff auf solche Codebases könnte für die meisten Partner über 100 Millionen Menschen beeinflussen und nationale sowie globale Sicherheit gefährden.
Anthropic sieht die Notwendigkeit dieser Erweiterung darin, dass leistungsstarke KI-Modelle mit Cyberfähigkeiten in absehbarer Zeit verbreitet verfügbar sein werden. Das Unternehmen rechnet damit, dass innerhalb von 6 bis 12 Monaten viele KI-Anbieter Mythos-ähnliche Modelle entwickeln und potenziell ohne Schutzmaßnahmen gegen Missbrauch freigeben könnten. Cyberangriffe könnten dann häufiger und in weniger vorhersehbaren Formen auftreten.
Parallel zur Partnerschaftserweiterung veröffentlicht Anthropic bestimmte Werkzeuge für vertrauenswürdige Sicherheitsteams und ein neues Produkt namens Claude Security, das auf den öffentlich verfügbaren Modellen wie Claude Opus 4.8 basiert und Codebases automatisiert auf Schwachstellen prüft sowie Patches vorschlägt. Langfristig möchte Anthropic die Branche beim Entwickeln neuer Standards und Infrastrukturen unterstützen—mit dem Ziel, den Fokus vom reinen Schwachstellenfund auf Offenlegung, Behebung und Deployment von gepatched Software zu verlagern.
Quelle: www.anthropic.com · Erschienen 1. Juni 2026
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