Auf den Punkt: Das Weiße Haus zog das Fable-Modell von Anthropic nach Bedenken bezüglich umgehbarer Sicherheitsvorkehrungen mit Exportkontrollen vom Markt, nachdem intensive Verhandlungen zwischen Regierungsbeamten und CEO Amodei fehlschlugen.
Die Trump-Administration zog das KI-Modell Fable von Anthropic nach weniger als zwei Tagen vom Markt, nachdem Bedenken bezüglich umgehbarer Sicherheitsvorkehrungen auftauchten. Ein intensiver 24-Stunden-Dialog zwischen dem Weißen Haus und Anthropic-CEO Dario Amodei endete mit der Verhängung von Exportkontrollen.
Am Donnerstag, zwei Tage nach der öffentlichen Freigabe des Modells Fable, übermittelte Amazon-CEO Andy Jassy über das Weiße Haus Bedenken bezüglich der Umgehbarkeit der Sicherheitsvorkehrungen des Modells. Amazon handelte dabei auf eine Anfrage der Regierung zur Rückmeldung, wobei zu beachten ist, dass Amazon selbst Investor bei Anthropic ist.
Am Freitag morgen eskalierte die Angelegenheit auf höchster Ebene des Weißen Hauses. Treasury Secretary Scott Bessent, White House Cyber Director Sean Cairncross, Chief of Staff Susie Wiles und weitere hochrangige Beamte kamen zu einer Besprechung zusammen. Bessent nahm per Fernleitung während einer vorher terminierten Reise nach Houston teil. Nach dem Treffen versuchte die Administration, Anthropic-CEO Amodei zu erreichen, wurde jedoch mitgeteilt, dass er bei einem Wellness-Retreat nicht erreichbar sei. Anthropic bestritt diese Angabe scharf und erklärte, die Aussage sei „absolut falsch“. Nach Aussagen von Anthropic-Vertretern wurde Amodei gegen Mittag kontaktiert und war innerhalb von etwa einer Stunde und 15 Minuten verfügbar.
Amodei nahm an drei Telefonanrufen mit einer Gruppe von etwa sechs hochrangigen Regierungsbeamten teil, darunter Cairncross, Bessent und Commerce Secretary Howard Lutnick. Weitere Teilnehmer waren Under Secretary of Commerce for Industry and Security Jeffrey Kessler, White House Staff Secretary Will Scharf, Deputy Chief of Staff Richard Walters und Policy Assistant Walker Barrett. Während der Gespräche verteidigte Amodei die Sicherheitsvorkehrungen des Modells und argumentierte, dass die beobachtete Umgehung eine spezifische Methode darstellte und nicht das Risiko eines breiteren „Jailbreaks“ mit sich bringe, der das Modell völlig ohne Schutzvorrichtungen nutzbar machen würde.
In einem Blog-Post nach Verhängung der Exportkontrollen erklärte Anthropic, dass „bislang kein Tester einen universellen Jailbreak gefunden habe, der die Sicherheitsvorkehrungen des Modells umfassend umgehen könnte“. Die Exportkontrollen zogen die Rücknahme des Modells nach sich.
Quelle: www.politico.com · Erschienen 14. Juni 2026
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