2026 werden KI-Fördermittel nur noch für Projekte mit nachweislichem Entwicklungsrisiko vergeben. Der EU AI Act, der seit 2025 schrittweise in Kraft tritt, wird dabei zur Baseline für förderungsfähige Lösungen.
Fördergeber prüfen nach drei zentralen Kriterien, ob ein KI-Projekt förderfähig ist: Besteht ein echtes technisches Entwicklungsrisiko? Geht die geplante Lösung über am Markt verfügbare Standardsoftware hinaus? Wird eigenständige Forschungs- und Entwicklungsleistung (FuE) erbracht? Die Grenzlinie zwischen Implementierung und förderungswürdiger FuE ist dabei oft schmal. Das Anbinden einer Standard-API an eine bestehende Datenbank gilt als reine Implementierung, während das Training auf proprietären, unstrukturierten Daten zur Erfüllung spezifischer Genauigkeitsvorgaben – die Standardlösungen nicht erreichen – ein Entwicklungsrisiko darstellt und somit förderungsfähig ist.
Parallel wächst der regulatorische Druck. Der EU AI Act, der seit 2025 schrittweise in Kraft tritt, etabliert sich als Grundvoraussetzung für den produktiven Einsatz. Für Chief Data Officer stellt dies gleichzeitig ein Risiko und eine Chance dar: Unternehmen, die KI-Systeme von Anfang an regelkonform gestalten, erfüllen nicht nur Compliance-Anforderungen, sondern schaffen damit auch ein tragfähiges Fundament für skalierbare Lösungen. Darin liegt für CDOs die zentrale Stellschraube – Regulatorische Sicherheit als integraler Bestandteil des Innovationsmanagements.
Die praktische Herausforderung bleibt bestehen: Viele KI-Pilotprojekte scheitern beim Übergang vom Test in den Produktivbetrieb, weil die Komplexität der Skalierung unterschätzt wird. Laut Gartner-Prognosen (2025) steigen Investitionsvolumina in KI massiv an, doch der geschäftliche Mehrwert bleibt häufig hinter den Erwartungen zurück. CDOs müssen daher bereits in der Förderantragstellung klarstellen, wie ihre Lösung über Standardsoftware hinausgeht, welche technischen Risiken gelöst werden, und wie diese Architektur unter den Vorgaben des EU AI Acts operiert – insbesondere bei hochriskanten Anwendungsszenarien.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 15. Juni 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.7.1.