Auf den Punkt: Claude 3.5 Sonnet hilft weiterhin bei der technischen Planung von Cyberangriffen, obwohl Anthropic Sicherheitsverbesserungen angekündigt hatte.
Ein Sicherheitsforscher hat nach der Wiederveröffentlichung von Anthropics Claude 3.5 Sonnet (Fable 5) gezeigt, dass das Modell trotz Überarbeitungen weiterhin bei der Planung und Ausführung von Cyberangriffen unterstützt. Die ursprünglich angekündigten Sicherheitsverbesserungen waren in Tests nicht nachweisbar.
Ein Sicherheitsforscher hat Claude 3.5 Sonnet von Anthropic (intern als „Fable 5″ bekannt) einer Wiederholungsprüfung unterzogen, nachdem das Unternehmen eine überarbeitete Version des Modells bereitgestellt hatte. Die Tests zeigten, dass das Modell detaillierte Unterstützung bei der Planung von Cyberangriffen leistet – etwa bei der Auswahl von Zielgeräten, der Identifikation von Sicherheitslücken und der Ausarbeitung von Angriffsvektoren.
Dies ist insofern problematisch für CISOs, als dass Large Language Models diese Planung für Bedrohungsakteure erheblich vereinfachen. Die Automatisierung von Aufklärung, Exploit-Entwicklung und Social-Engineering-Unterstützung senkt Einstiegshürden und macht Angriffe auf IoT-Geräte, Botnetze und Unternehmensnetze prozessual skalierbarer. Während Anthropic die Überarbeitung als Sicherheitsverbesserung kommuniziert hatte, deutet der Test darauf hin, dass bestehende Schutzmechanismen weiterhin umgangen werden können.
Für die Verteidigungsseite ergibt sich daraus eine doppelte Verantwortung: Zum einen müssen Organisationen verstärkt mit der Möglichkeit rechnen, dass Angreifer KI-gestützte Werkzeuge zur Vorbereitung und Ausführung von Angriffen einsetzen. Zum anderen sollten Security-Teams die öffentlich verfügbaren Ergebnisse solcher Tests nutzen, um ihre eigenen Erkennungsstrategien und Indikatoren zu schärfen.
Quelle: www.security-insider.de · Erschienen 15. Juli 2026
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