Auf den Punkt: Durch verschachtelte Links auf einer bösartigen Website konnte Claude veranlasst werden, sensitive Nutzerdaten wie Namen, Wohnort und Arbeitgeber über URLs zu exfiltrieren, obwohl Anthropic entsprechende Schutzmaßnahmen implementiert hatte.
Der Sicherheitsforscher Ayush Paul hat eine Schwachstelle in Claudes web_fetch-Tool demonstriert, mit der sich private Nutzer-Daten extrahieren lassen. Anthropic hat die Lücke inzwischen geschlossen.
Anthropic hatte das web_fetch-Tool mit strikten Regeln ausgestattet, um Datenexfiltration zu verhindern: Das Tool darf nur URLs besuchen, die der Nutzer selbst eingegeben hat oder die vom begleitenden web_search-Tool zurückgegeben wurden. Dies sollte verhindern, dass Claude beispielsweise auf Anweisung einer bösen Website Nutzerdaten an ein Attacker-System übermittelt.
Paul entdeckte jedoch eine Lücke: web_fetch durfte auch URLs folgen, die in den Inhalten bereits abgerufener Seiten eingebettet waren. Damit war es möglich, eine sogenannte Honeypot-Website zu erstellen, die Claude durch eine Sequenz von verschachtelten Links zur Datenexfiltration führte. Der Exploit verwendete eine gefälschte Authentifizierungsseite (als Cloudflare-Schutz getarnt), die Claude aufforderte, Benutzerprofile alphabetisch zu durchsuchen und dabei den Namen des Nutzers, seinen Wohnort und seinen Arbeitgeber zu extrahieren. Die Angriffskette wurde nur Browsern mit der User-Agent-Kennung „Claude-User“ angezeigt, um Erkennung zu erschweren.
Anthropic erklärte, die Schwachstelle bereits intern identifiziert zu haben, und hat sie geschlossen, indem die Fähigkeit von web_fetch entfernt wurde, Links aus den Inhalten seiner eigenen Abrufe zu folgen. Der Bericht unterstreicht eine grundsätzliche Herausforderung bei Agenten-Systemen: Die Kombination aus Zugriff auf private Daten (etwa Konversationshistorie) und Tools für externe Datenquellen schafft Angriffsvektoren, selbst wenn einzelne Schutzmaßnahmen robust wirken.
Quelle: simonwillison.net · Erschienen 15. Juli 2026
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