Auf den Punkt: Die EU zwingt Google, Android für Rivalen-KI-Assistenten zu öffnen — was CISOs zwingt, KI-Agenten mit Systemzugriff wie ein eigenes Risikokategorium zu governance.
Die Europäische Kommission hat Google per Regulierungsbeschluss unter dem Digital Markets Act verpflichtet, das Android-Betriebssystem für KI-Assistenten von Wettbewerbern zu öffnen. Die Maßnahme soll Googles Dominanz begrenzen, wirft aber erhebliche Sicherheitsanforderungen für CISOs auf.
Die Europäische Kommission hat am Donnerstag zwei Regulierungsentscheidungen gegen Google erlassen, um Wettbewerb auf digitalen Märkten sicherzustellen. Die erste Anordnung verbietet Google, KI-Assistenten von Konkurrenten ungleich zu Gemini zu behandeln. AI-Agenten von Dritten müssen künftig denselben Zugang zu Anwendungen und Betriebssystem-Services erhalten wie Googles eigener Dienst. Eine zweite Entscheidung zwingt Google, Suchmaschinendaten mit Wettbewerbern zu teilen, die diese Datenmengen nicht selbst sammeln können.
Google argumentiert, die Rulings gefährden Datenschutz und Sicherheit. Kent Walker, Präsident Global Affairs bei Google, schrieb auf dem Unternehmensblog: „Die heutigen Entscheidungen gefährden wesentliche Datenschutz- und Sicherheitsgarantien für Millionen Europäer. Wir haben wiederholt Lösungen angeboten, um Nutzer zu schützen und die DMA-Ziele zu erfüllen, doch diese Rulings ignorieren umfangreiche Evidenz für Nutzeræschäden.“
Für CISOs entsteht ein neues Governance-Problem: Wenn mehrere KI-Agenten auf Systemebene Zugriff auf Bildschirminhalte, App-übergreifende Aktionen und Hintergrund-Prozesse erhalten, bricht das klassische Sicherheitsmodell zusammen, wonach das Betriebssystem reguliert, was eine Anwendung darf. Roman Stanek, CEO von Good Data AI, warnt: „CISOs müssen aufhören, ‚KI-Assistent‘ als einzelne, wohldefinierte Permission zu behandeln. Sie müssen es als Risikokategorie governance, wie sie heute bereits App-Stores und MDM-Richtlinien verwalten.“
Das erfordert neue Device-Policies, die explizit benennen, welche Agenten Systemzugriffe haben dürfen — nicht nur welche Apps installiert sind. Parallel müssen DLP- und Conditional-Access-Regeln überarbeitet werden, um KI-Agenten abzudecken, die Daten lesen und darauf basierend handeln, nicht nur Apps, die Daten anfragen.
Quelle: www.csoonline.com · Erschienen 17. Juli 2026
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