Auf den Punkt: Claude Mythos identifiziert kritische Sicherheitslücken in großem Maßstab – Anthropic begrenzt den Zugang durch Project Glasswing und paralleles Angebot eines guardrailed Modells namens Claude Fable 5.
Anthropic hat Claude Mythos, ein spezialisiertes KI-Modell für Cybersecurity-Anwendungen, unter kontrollierten Bedingungen an ausgewählte Partner verteilt. Die Zugangsrestriktionen sollen verhindern, dass Angreifer die Technologie zur Automatisierung von Zero-Day-Exploits einsetzen.
Claude Mythos ist ein von Anthropic entwickeltes Sprachmodell, das speziell für Cybersecurity- und Healthcare-Anwendungen optimiert wurde. Mythos 5 wurde im April 2024 zunächst an eine kleine Gruppe vertrauter Technologiepartner freigegeben, bevor eine breitere Verfügbarkeit geplant war. Zur Kontrolle des Zugangs etablierte Anthropic das Project Glasswing, ein Konsortium, das Infrastrukturanbietern, Open-Source-Entwicklern und großen Technologiekonzernen limitierten, kontrollierten Zugriff auf Mythos gewährt.
Die 50 initialen Partner des Project Glasswing konnten mit Mythos über 10.000 Schwachstellen hoher oder kritischer Severity in allen gängigen Betriebssystemen und Webbrowsern identifizieren. Das Modell deckt Sicherheitsfehler auf, die selbst erfahrene Security-Researcher jahrelang übersehen haben – etwa einen 27 Jahre alten Bug in OpenBSD. Zudem ist Mythos in der Lage, mehrere Schwachstellen miteinander zu verketten, um komplexere Angriffsketten aufzuzeigen.
Anthropic begrenzt die allgemeine Verfügbarkeit bewusst, um Missbrauchspotenziale einzudämmen. Im Juni folgte eine Expansion auf zusätzliche 150 Organisationen. Alle Mythos-Partner müssen eine 30-Tage-Datenspeicherrichtlinie für Sicherheitsmonitoring akzeptieren. Die USA verhängten am 15. Juni 2024 Exportkontrollen für Claude Fable 5 und Claude Mythos 5, die Zugang für Ausländer im In- und Ausland blockieren sollten – diese wurden jedoch am 30. Juni wieder aufgehoben.
Für breitere Anwendung bietet Anthropic Claude Fable 5 an, das auf derselben Grundtechnologie basiert, aber mit strikten Schutzmaßnahmen versehen ist, die Operationen in risikobehafteten Cybersecurity-Domains einschränken. Gekennzeichnete Anfragen werden automatisch an das weniger leistungsfähige Modell Opus 4.8 weitergeleitet. Cisco, einer der Project-Glasswing-Partner, hat seine Foundry Security Spec open-sourced – ein modellunabhängiges Werkzeug für Security-Tests, das anderen Anbietern und Enterprise-Defendern erlaubt, ähnliche Workflows ohne Neuentwicklung aufzubauen. Cisco nutzt KI intern, um 1,8 Milliarden Codezeilen across his entire product portfolio zu scannen.
Andere KI-Anbieter wie OpenAI mit GPT-5.4-Cyber bieten vergleichbare Modelle für Vulnerability Analysis an. Claude Mythos ist damit nicht das einzige verfügbare System für automatisierte Zero-Day-Erkennung, aber eines der prominentesten Beispiele im Markt.
Quelle: www.csoonline.com · Erschienen 20. Juli 2026
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