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13 Jahre alte BMC-Schwachstelle exponiert zehntausende Rechenzentren

Auf den Punkt: BMCs auf über 36.000 Servern sind über CVE-2013-4786 für Angreifer zugänglich, die damit unterhalb des OS-Schutzes Kontrolle über kritische Infrastruktur gewinnen.

Eine 2013 veröffentlichte Authentifizierungslücke in Baseboard Management Controllern ermöglicht Angreifern unbemerkten Zugriff unterhalb des Betriebssystems. Lava-Sicherheitsforscher fanden 36.872 Internet-erreichbare BMCs, von denen zwei Drittel Authentifizierungs-Hashes offenlegten.

Baseboard Management Controller (BMCs) sind spezialisierte Mikro-Controller auf Server-Platinen, die unabhängig von Hauptprozessor, Speicher und Betriebssystem operieren. Sie bieten Administratoren Out-of-Band-Verwaltung, Firmware-Updates, Konfigurationsänderungen und Hardware-Sensor-Auslesungen – ohne physischen Zugriff. BMCs stellen damit einen der privilegiertesten Kontrollpunkte in Rechenzentren dar.

Lava-Forscher demonstrierten, dass BMCs auf Supermicro und HPE-Servern durch Ausnutzung der CVE-2013-4786 in Minuten kompromittiert werden können. Die Schwachstelle betrifft das IPMI 2.0-Authentifizierungsprotokoll. Von 36.872 öffentlich erreichbaren BMCs offenbarten 66 Prozent (24.650) Authentifizierungs-Hashes. Die Forscher testeten diese Hashes gegen Standard-Wortlisten und fanden bei über 30 Prozent „wiederverwendete, werkseitig gesetzte oder vorhersagbar formatierte“ Passwörter – durchschnittlich innerhalb von Minuten beim ersten Durchlauf. Zusätzlich akzeptierten knapp 17 Prozent ein leeres Benutzernamensfeld mit schwachem Passwort.

Supermicro-Geräte stellten über die Hälfte aller antwortnden BMCs dar, ihre Passwörter waren jedoch nicht in Wortlisten enthalten – eine Folge der 2019-Umstellung auf individuelle, werkseitig vergebene Passwörter aus zehn Großbuchstaben auf dem Chassis-Etikett. Supermicro kündigte an, künftige Hardware-Revisionen zu verbessern und hat die Exposition inzwischen behoben.

Das Risiko ist erheblich, da BMCs auf gemeinsamen Out-of-Band-Managementnetzwerken mit häufig wiederverwendeten Administrationsanmeldedaten operieren. Änderungen an BMCs oder Platform-Hardware bleiben nach OS-Neuinstallationen, Festplattenaustausch und Standard-Incident-Response-Verfahren erhalten. Für CISOs bedeutet dies, dass konventionelle Sicherheitstools, die das OS, Kernel, Container und Workloads überwachen, diese Angriffsebene nicht erfassen.


Quelle: www.csoonline.com · Erschienen 29. Juli 2026
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