Zum Inhalt springen

Zero Networks adressiert Sicherheitslücken bei KI-Agenten mit Netzwerk-Kontrollen nach dem „Least Agency“-Prinzip

Auf den Punkt: Zero Networks bringt mit „Least Agency Enforcement“ eine netzwerkbasierte Kontrolle, die KI-Agenten nach OWASP-Prinzipien per Mikrosegmentierung und Just-in-Time-MFA auf autorisierte Systeme beschränkt, um Schäden bei Kompromittierung einzudämmen.

Der Sicherheitsanbieter Zero Networks hat mit „Least Agency Enforcement“ eine neue Funktion vorgestellt, die KI-Agenten nicht auf Anwendungsebene, sondern auf Netzwerk- und Identitätsebene einschränkt. Ziel ist es, den Schaden zu begrenzen, falls ein Agent manipuliert, fehlkonfiguriert oder kompromittiert wird.

Zero Networks kündigte am Montag den Launch von „Least Agency Enforcement“ an, einer Funktion, die auf der eigenen identitätsbasierten Mikrosegmentierungsplattform aufbaut. Die Lösung setzt das von OWASP im Rahmen des Agentic Applications Top 10-Projekts formulierte „Least Agency“-Prinzip um, wonach Unternehmen die Autonomie, den Werkzeugzugriff und die Entscheidungsbefugnis von KI-Agenten explizit begrenzen sollen, um Risiken wie Prompt Injection, Privilegienmissbrauch und kompromittierte Agenten zu reduzieren. Die Funktion beschränkt, mit welchen Systemen ein Agent kommunizieren darf, auf welche Ressourcen er zugreifen kann und wann eine menschliche Freigabe für sensible Aktionen erforderlich ist.

Laut Chris Boehm, Field CTO von Zero Networks, verfolgen die meisten Anbieter derzeit einen Ansatz auf Anwendungsebene, der sich auf Prompts und Modellausgaben konzentriert. Zero Networks setzt stattdessen an der Frage an, was ein Agent erreichen kann, wenn er manipuliert, fehlkonfiguriert oder schlicht fehlerhaft ist – unabhängig davon, wofür er ursprünglich eingesetzt wurde. Nach eigenen Untersuchungen des Unternehmens haben bereits rund 80 Prozent der Unternehmen interne KI-Agenten im Einsatz, während etwa zwei Drittel noch über keine entsprechenden Governance-Richtlinien verfügen.

Technisch kombiniert Least Agency Enforcement identitätsbasierte Mikrosegmentierung, automatisierte Richtlinienerstellung und Just-in-Time-Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Das System bildet ab, worauf eine Agenten-Identität zugreifen darf, und setzt dies auf Host-Firewall-Ebene durch – alles außerhalb dieser definierten Menge wird standardmäßig blockiert. CEO und Mitgründer Benny Lakunishok beschreibt den Ansatz als Übertragung des Least-Privilege-Prinzips von menschlichen Nutzern auf KI-Agenten, mit dem Unterschied, dass die Durchsetzung automatisiert erfolgen müsse. Ein getäuschter oder missbrauchter Agent solle demnach nahezu sofort auf eine Grenze stoßen, statt sich unkontrolliert im Netzwerk bewegen zu können.

Zero Networks positioniert die Funktion explizit nicht als Konkurrenz zu IAM-, PAM- oder Non-Human-Identity-Plattformen, sondern als Ergänzung für die Phase nach der Authentifizierung. Nach Darstellung des Unternehmens regeln klassische IAM- und PAM-Tools primär, ob eine KI überhaupt Zugriff erhalten darf – sobald eine authentifizierte Sitzung jedoch läuft, kontrollieren diese Werkzeuge in der Regel nicht mehr, wohin sich der Agent im Netzwerk bewegen kann. Sensible Protokollpfade erhalten laut Boehm einen MFA-Prompt direkt auf Protokollebene, damit eine kompromittierte Agenten-Identität nicht unbemerkt über RDP, SMB oder WinRM seitlich im Netzwerk vordringen kann.

Die neue Funktion erweitert das bestehende KI-Sicherheitsportfolio von Zero Networks, zu dem bereits AI Agents Control, AI Segmentation, AI SaaS Control sowie Schutzmaßnahmen für Enterprise-LLM-Deployments zählen. Least Agency Enforcement ist ab sofort verfügbar und soll auf der Black Hat USA 2026 vorgeführt werden.


Quelle: www.csoonline.com · Erschienen 3. August 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.8.3.

Share on: