Auf den Punkt: Ein öffentlich manipulierbarer Triage-Agent im Google-ADK-Repository konnte per Prompt Injection über die Identität eines privilegierten Bots einen Code-ändernden Agenten auslösen, worauf Google drei betroffene Workflows entfernte.
Google hat drei KI-Agenten-Workflows aus dem Python-Repository seines Agent Development Kit (ADK) entfernt. Sicherheitsforscher von Pillar Security zeigten, dass sich ein öffentlich zugänglicher Triage-Agent über ein manipuliertes GitHub Issue dazu bringen ließ, einen privilegierten Code-Fixing-Agenten auszulösen.
Die Forscher von Pillar Security demonstrierten, dass ein öffentlicher Triage-Agent im ADK-Repository per Prompt Injection dazu gebracht werden konnte, den Befehl „/adk-issue-fix“ als Kommentar unter der Identität des Bots „adk-bot“ zu posten. Da der Bot im Repository als Collaborator eingetragen war, erfüllte dieser Kommentar automatisch die Berechtigungsprüfung, die eigentlich einen menschlichen Maintainer mit Schreibrechten voraussetzen sollte. Dadurch konnte ein Angreifer über ein simples, öffentlich einreichbares GitHub Issue einen zweiten, privilegierten Agenten anstoßen, der Code-Änderungen vornimmt.
Der Mechanismus nutzte die Verkettung zweier Agenten aus: Ein für jeden zugänglicher Triage-Agent verarbeitet eingehende Issues automatisiert, ein nachgeschalteter Fix-Agent mit erweiterten Rechten führt darauf basierend Aktionen im Repository aus. Die Rechtevererbung über die Bot-Identität stellte damit die eigentliche Schwachstelle dar, nicht ein einzelner Software-Fehler in klassischem Sinn. Für Sicherheitsverantwortliche zeigt der Fall ein strukturelles Problem bei mehrstufigen Agenten-Pipelines: Vertrauensgrenzen zwischen einem öffentlich exponierten Einstiegsagenten und einem privilegierten nachgeschalteten Agenten lassen sich über Prompt Injection gezielt aushebeln, sobald die Autorisierung an eine Identität statt an eine tatsächlich verifizierte menschliche Aktion gebunden ist.
Google reagierte, indem drei betroffene Workflows aus dem ADK-Python-Repository entfernt wurden. Aus dem Bericht geht nicht hervor, ob zusätzliche Härtungsmaßnahmen wie eine strengere Trennung von Trigger- und Ausführungsrechten oder eine überarbeitete Identitätsprüfung für Bot-Kommentare umgesetzt wurden. Unternehmen, die ADK oder vergleichbare mehrstufige Agenten-Architekturen mit automatisierter GitHub-Integration einsetzen, sollten prüfen, ob Bot-Accounts mit Collaborator- oder Schreibrechten ausgestattet sind und ob Kommentare oder Kommandos, die von öffentlich erreichbaren Agenten ausgelöst werden, tatsächlich menschlich autorisierte Aktionen von automatisierten Trigger-Ketten unterscheiden.
Quelle: thehackernews.com · Erschienen 4. August 2026
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