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Kanadier bekennt sich in Snowflake-Erpressungsfall schuldig

Auf den Punkt: Ein Kanadier hat sich schuldig bekannt, über 165 Snowflake-Kunden ohne MFA-Schutz gehackt und erpresst zu haben, darunter AT&T mit Daten von mehr als 100 Millionen Kunden.

Ein 26-jähriger Kanadier hat sich schuldig bekannt, mehr als 165 Snowflake-Kunden gehackt und erpresst zu haben. Zu den Opfern zählen TicketMaster, Lending Tree, Advance Auto Parts und Neiman Marcus sowie AT&T mit über 100 Millionen betroffenen Kundendatensätzen.

Connor Riley Moucka aus Kitchener, Ontario, bekannte sich vor einem US-Gericht wegen Computerbetrugs und Verschwörung zu Hacking und Erpressung schuldig. Nach Angaben des US-Justizministeriums nutzten Moucka und Mittäter zwischen Februar und Oktober 2024 gestohlene Zugangsdaten, um auf Cloud-gehostete Daten von mindestens 165 Kunden eines US-amerikanischen SaaS-Anbieters zuzugreifen. Betroffen waren jene Snowflake-Konten, bei denen keine Multi-Faktor-Authentifizierung erzwungen wurde. Moucka trat unter wechselnden Pseudonymen auf, am bekanntesten waren „Judische“ und „Waifu“. Bereits im September 2024 hatte KrebsOnSecurity seine Rolle bei den Snowflake-Vorfällen öffentlich gemacht; rund einen Monat später nahmen kanadische Behörden ihn auf Basis eines US-Haftbefehls fest.

Die Gruppe erbeutete den Ermittlungsunterlagen zufolge Milliarden sensibler Kundendatensätze und lud Terabytes an Informationen herunter, darunter Anruf- und SMS-Verbindungsdaten, Bank- und Finanzdaten, Gehaltsabrechnungen, DEA-Registrierungsnummern, Führerschein-, Pass- und Sozialversicherungsnummern. Unter den Opfern befand sich auch AT&T, dessen Anruf- und SMS-Verbindungsdaten von mehr als 100 Millionen Kunden gestohlen wurden. Die Täter drohten mit Veröffentlichung der Daten, sofern keine Zahlung erfolgte; nach Angaben des Justizministeriums flossen dabei Lösegeldzahlungen von über 2,5 Millionen US-Dollar. In mindestens einem Fall erpresste Moucka ein Opfer ein zweites Mal, unter Verwendung gestohlener Daten eines Regierungsbeamten und dessen Familienangehöriger.

Für CISOs verdeutlicht der Fall erneut die Risiken von SaaS- und Cloud-Speicherplattformen ohne verpflichtende Multi-Faktor-Authentifizierung: Snowflake reagierte auf die Vorfälle mit verschärften Passwortanforderungen und obligatorischer MFA für alle Kundenkonten. Unternehmen, die Cloud-Dienste ohne eigene MFA-Durchsetzung nutzen, sollten prüfen, ob Zugangsdaten aus früheren Leaks oder Infostealer-Kampagnen wiederverwendet werden können, und Zugriffsrichtlinien entsprechend härten.

Ein mutmaßlicher Mittäter, der US-Soldat Cameron „Kiberphant0m“ Wagenius, hatte sich bereits im Juli 2025 schuldig bekannt, AT&T und Verizon wegen Kundendaten erpresst zu haben. Wagenius soll unter anderem angebliche Anrufprotokolle des damaligen designierten Präsidenten Donald Trump und der damaligen Vizepräsidentin Kamala Harris sowie vermeintlich aus einer US-Sicherheitsbehörde stammende Schaltpläne veröffentlicht haben.


Quelle: krebsonsecurity.com · Erschienen 6. August 2026
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