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18 Jahre alte Use-after-free-Schwachstelle im Linux-SCTP-Stack ermöglicht Root-Rechte und Container-Escape

Auf den Punkt: Eine seit 2008 bestehende Use-after-free-Lücke im Linux-SCTP-Code erlaubt Root-Rechte und Container-Escapes und wurde erst am 3. August mit den Kernel-Versionen 7.1.6, 6.18.42, 6.12.101 und 6.6.148 behoben.

Forscher von Tencent haben eine seit 2008 bestehende Use-after-free-Lücke im SCTP-Networking-Code des Linux-Kernels genutzt, um von einem Container aus vollständige Root-Rechte auf dem darunterliegenden Host zu erlangen. Betroffen sind alle Systeme, auf denen SCTP erreichbar ist und ein ungepatchter Kernel läuft.

Die Schwachstelle liegt in der SCTP-Implementierung (Stream Control Transmission Protocol) des Linux-Kernels und besteht laut Berichten seit 2008. Es handelt sich um einen Use-after-free-Fehler, der von lokalen Angreifern ausgenutzt werden kann, um Speicher nach dessen Freigabe erneut zu referenzieren und darüber Code mit erhöhten Rechten auszuführen. Tencent-Sicherheitsforscher demonstrierten, dass sich der Bug nicht nur für lokale Rechteausweitung auf Root eignet, sondern auch für einen Ausbruch aus einem Linux-Container auf das Host-System.

Für CISOs ist der Container-Escape-Aspekt der entscheidende Punkt: In containerisierten Umgebungen – etwa Kubernetes-Cluster oder Multi-Tenant-Plattformen – gilt der Kernel als geteilte Angriffsfläche zwischen mehreren Workloads oder Mandanten. Eine Lücke, die den Isolationsmechanismus von Containern aushebelt, untergräbt damit ein zentrales Sicherheitsversprechen dieser Architektur. Da der Fehler bereits seit 18 Jahren im Kernel vorhanden ist, muss davon ausgegangen werden, dass eine Vielzahl produktiver Systeme mit älteren Kernel-Versionen betroffen ist, unabhängig davon, ob SCTP aktiv genutzt wird oder das Protokoll lediglich als Kernel-Modul geladen ist und erreichbar bleibt.

Ein Fix wurde bereits veröffentlicht: Die stabilen Kernel-Versionen 7.1.6, 6.18.42, 6.12.101 und 6.6.148 schließen die Lücke, verfügbar seit dem 3. August. Betreiber sollten prüfen, welche Kernel-Version in ihrer Infrastruktur – insbesondere in Container-Hosts, Cloud-Instanzen und Bare-Metal-Servern – im Einsatz ist, und auf eine der genannten oder neuere Versionen aktualisieren. Wo ein zeitnahes Patchen nicht möglich ist, empfiehlt sich als Übergangsmaßnahme, das SCTP-Kernel-Modul zu deaktivieren beziehungsweise dessen Erreichbarkeit über Firewall-Regeln einzuschränken, sofern SCTP im eigenen Betrieb nicht benötigt wird.


Quelle: thehackernews.com · Erschienen 7. August 2026
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