Auf den Punkt: Laut Dream-Recherche führten weitgehend autonome KI-Agenten eine vierstägige Angriffskampagne gegen asiatische Regierungsnetzwerke durch, während Taiwan im selben Zeitraum einen KI-gestützten Cyberangriff auf Behörden meldete.
Forscher des Sicherheitsunternehmens Dream haben eine vierstägige Angriffskampagne dokumentiert, bei der auf Open-Source-Frameworks basierende KI-Agenten weitgehend eigenständig Regierungssysteme in Asien kompromittierten. Taiwans Ministerium für digitale Angelegenheiten bestätigte im gleichen Zeitraum einen KI-gestützten Angriff auf Regierungsbehörden.
Nach Angaben von Dream lief die Kampagne Anfang Juli über vier Tage, wobei mehrere KI-Agenten parallel arbeiteten, um Netzwerke zu kartieren, Schwachstellen zu identifizieren und Angriffsschritte über verbundene Systeme hinweg auszuführen. In diesem Zeitraum produzierte der „agentische Angreifer“ nach Angaben von Dream 1.395 Dateien, knackte 85 Zugangsdaten, exfiltrierte tausende Personaldatensätze und erlangte einen dauerhaften Zugang zur staatlichen Infrastruktur. Das Unternehmen bezeichnete die Aktivität als „near-autonomous attack“ und sprach von einem Wendepunkt bei KI-gestützten offensiven Operationen. Dream nannte das betroffene Land nicht, sprach jedoch von „Regierungsstellen in Asien“. Taiwans Ministerium für digitale Angelegenheiten meldete laut Reuters im selben Zeitraum einen „KI-Agenten-unterstützten“ Cyberangriff auf Regierungsbehörden, bei dem Werkzeuge wie OpenClaw zum Einsatz gekommen seien. Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Dream-Bericht und dem taiwanischen Vorfall wurde von keiner der beiden Seiten explizit bestätigt. Ein Dream-Sprecher erklärte gegenüber CSO, man könne die Identität von Ziel oder Angreifer nicht kommentieren und habe keine Belege für eine bestätigte Kompromittierung der Systeme gefunden. Nach Veröffentlichung des ursprünglichen Blogbeitrags habe Dream zudem Hinweise auf die Verwendung eines Modells namens DeepSeek-V4-Flash innerhalb des Frameworks gefunden, könne aber nicht ausschließen, dass weitere Modelle beteiligt waren.
Für CISOs markiert dieser Fall einen Übergang von KI als reinem Unterstützungswerkzeug zu KI-Systemen, die eigenständig mehrstufige Angriffskampagnen durchführen. Laut den Forschern basierte das Angriffsframework auf Hermes- und OpenClaw-Agenten, die mehrere Sub-Agenten gleichzeitig einsetzten – jeweils zugewiesen zu spezifischen Zielen und Aufgaben über aufeinanderfolgende Angriffswellen hinweg. In insgesamt zwölf Angriffswellen führten die Agenten parallel Aufklärung, Angriffe auf Zugangsdaten und Exploitation durch, unterstützt durch Planungsschleifen und Feedback-Mechanismen. Dadurch war das System laut Dream in der Lage, „eine Angriffskampagne durchzuführen, statt nur Fragen dazu zu beantworten“. Colin Ferris, Head of Threat Hunting and Incident Response bei Silverfort, ordnete dies ein: Der Einsatz mehrerer parallel arbeitender Agenten zeige, wie solche Systeme Aufgaben aufteilen und sich in Echtzeit anpassen können. KI tue für die Cybersicherheit das, was günstige Drohnen für die konventionelle Kriegsführung getan hätten – Angreifer könnten eine Handvoll kostengünstiger KI-Agenten einsetzen, um kontinuierlich noch nicht geschlossene Lücken zu finden und auszunutzen.
Der Einstiegspunkt der Kampagne lag laut Dream in automatisierter Aufklärung: Das System kartierte die Regierungsinfrastruktur, indem es API-Endpunkte und Authentifizierungskonfigurationen aus öffentlich zugänglichem Code extrahierte. Dabei identifizierte das Framework nicht authentifizierte APIs, die Nutzerdaten offenlegten, in einem Fall sogar eine komplette Nutzerdatenbank ohne jegliche Authentifizierung. Für CISOs unterstreicht dies zwei bekannte, aber oft vernachlässigte Angriffsflächen: exponierte APIs und in öffentlichem Code hinterlegte Zugangsdaten. Da Dream betont, dass die Kosten für die Durchführung eines kompetenten Angriffs gesunken seien, während die Verteidigungskosten unverändert hoch blieben, sollten Sicherheitsverantwortliche prüfen, ob API-Bestandsverzeichnisse, Zugangsdaten-Rotation und Monitoring von Authentifizierungsanomalien ausreichend Tempo mit einer Bedrohungslage halten, die zunehmend durch autonome, parallel operierende Agentensysteme geprägt ist.
Quelle: www.csoonline.com · Erschienen 13. August 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.8.3.