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Quantenschlüsselverteilung auf Standard-Glasfasern erfolgreich demonstriert

Auf den Punkt: Quantenschlüsselverteilung funktioniert auf Standard-Glasfasern mit parallelem Datenverkehr bis 64 Terabit pro Sekunde über 60 Kilometer – Dark-Fibers werden nicht mehr benötigt.

Ein Konsortium um das deutsche Unternehmen KEEQuant hat erstmals nachgewiesen, dass Quantenschlüsselverteilung (QKD) und Hochleistungs-Datenübertragung gleichzeitig über dieselbe Standard-Glasfaser laufen können. Dies senkt die Einstiegshürde für Post-Quanten-Kryptografie in bestehenden Telekommunikationsnetzen erheblich.

Das Konsortium aus KEEQuant (Deutschland), CESNET (Tschechien), EXATEL und PCSS (Polen) hat in gemeinsamen Tests demonstriert, dass Quantenschlüsselverteilung und klassischer Datenverkehr problemlos auf der gleichen G.652.D-Standard-Glasfaser koexistieren. Bislang war davon ausgegangen worden, dass dedizierte Dark-Fiber-Verbindungen erforderlich sind – ein erheblicher Kostenfaktor für Netzausbau und Betrieb.

In der Testumgebung wurden mehrere Szenarios validiert: 64 Terabit pro Sekunde über 60 Kilometer (80 Kanäle à 800 Gigabit pro Sekunde), 32 Terabit pro Sekunde über 65 Kilometer (40 Kanäle à 800 Gigabit pro Sekunde) sowie 32 Terabit pro Sekunde über 75 Kilometer (80 Kanäle à 400 Gigabit pro Sekunde). Parallel zum Datenverkehr erzeugte das QKD-System von KEEQuant kryptografische Schlüssel, die über ein Key-Management-System verwaltet wurden. Ein Video wurde end-zu-end verschlüsselt als praktischer Nachweis übertragen.

Für CTOs und Infrastruktur-Verantwortliche ergibt sich daraus ein deutlicher wirtschaftlicher Vorteil: Quantensichere Verschlüsselung lässt sich künftig in bestehenden Transportnetzen implementieren, ohne dass teure Neuverlegungen von Glasfasern notwendig werden. Damit sinken Capex und Komplexität für die Aufrüstung auf Post-Quanten-Kryptografie erheblich. Für Netzbetreiber und Betreiber kritischer Infrastrukturen bedeutet dies, dass sie ihre Sicherheitsanforderungen ohne grundlegende Infrastruktur-Umbauten erfüllen können.

Die Tests fanden in einer produktionsrealistischen DWDM-Umgebung mit vollständig ausgelasteter Infrastruktur statt. KEEQuant verantwortete die QKD- und Schlüsselmanagementsysteme; EXATEL brachte operative Anforderungen ein; CESNET stellte die Testumgebung und PCSS die Glasfaserinfrastruktur bereit. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass quantensichere Kommunikation die Übergangsphase von Forschung zu produktivem Betrieb erreicht.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 2. Juli 2026
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